2. Weimarer Friedenspodium 2014 „Welt ohne Waffen“

2. Friedenspodium Weimar
Podiumsgäste des Friedenspodiums 2014: Lukas Mengelkamp, Prof. Dr. Olaf Weber, Dr. Ute Finckh-Krämer, Prof. Dr. Gernot Böhme

Am Montag, den 1. September 2014 fand im Kulturzentrum mon ami, in Weimar das 2. Friedenspodium statt. Auf der Suche nach einer „Welt ohne Waffen“ sollten die realen Möglichkeiten einer globalen militärischen Abrüstung diskutiert werden.

Die veranstaltende Initiativgruppe hatte im Vorfeld folgende Erklärung veröffentlicht:

Seit dem 1. Friedenspodium im Jahre 2013 ist die Welt nicht friedlicher geworden. Im Gegenteil, zu dem damals dominierenden Krisenherd in Syrien hat sich ein weiterer in der Ukraine, am Rande der EU, aufgetan – und die alten Konflikte bestehen weiter. Der arabische Frühling hat sich fast überall in einen schmutzigen Winter verwandelt, die Intervention in Libyen hat sich zu einem Flächenbrand über Nordafrika ausgebreitet, im Vorderen Orient, besonders in Syrien und im Irak sind gewaltbereite moslemische Extremisten dabei, nach der Zerschlagung der alten Ordnung einen „Islamischen Staat“ zu installieren. Und der Dauerkonflikt zwischen Israel und Palästina hat zu einem weiteren Gazakrieg geführt. Afghanistan ist weder befriedet noch souverän. Und das sind noch nicht alle Konflikte dieser Welt, die militärisch ausgetragen werden. Das Leid, das vom Krieg ausgeht ist für die Betroffenen, aber auch für alle Mitfühlenden, unerträglich geworden. Und das alles passiert unter dem Einfluss, den fortgesetzten politischen und militärischen Interventionen der reichen und überlegenen Länder des Westens und Nordens.

 

Das stellt die Frage nach einer möglicherweise negativen Bilanz solcher Interventionen. Und weiter steht die Frage nach der Rolle des Militärischen überhaupt. Bewirkt nicht bereits die Drohung, vielleicht schon die Existenz des Militärs ein Versagen der Diplomatie? Können sich die friedlichen Mittel der „Peacemaker“ in einer waffenstarren Welt zur Geltung bringen? Wie lassen sich die wiederholten Feuerwehreinsätze des Militärs durch Systeme kollektiver Sicherheit ersetzen? Gibt es irgendwann eine globale „Null-Lösung“ ohne Militär? Wie können wir die Kurzatmigkeit in einen langen Atem verwandeln?

 

 

Im vollbesetzten Konferenzraum des Weimarer Kulturzentrums „mon ami“ diskutierten mit dem Publikum:

Dr. Ute Finckh-Krämer, Mitglied des Bundestages. (Abrüstung, Menschenrechte), Berlin

Prof. Dr. Gernot Böhme, Philosoph, Darmstadt

Lukas Mengelkamp, Student, Friedensaktivist, Bonn

Die Gesprächsleitung hatte Prof. Dr. Olaf Weber, Weimar

 

Die Veranstaltung begann mit kurzen Statements der Podiumsgäste, anschließend diskutierten die Fachleute untereinander sowie mit dem Publikum. Es stellten sich vor allem folgende Fragen als diskussionswürdig heraus: Kann eine militärische Intervention human sein? Wie kann Frieden mit gewaltfreien Mitteln erzwungen werden? Wie können sich Separatinteressen in Systeme kollektiver Sicherheit verwandeln? Ist eine Welt ohne Waffen bloße Utopie? Was könnte schon morgen friedlicher werden?

 

Für Suche nach Antworten auf diese Fragen nahmen sich die Gäste und das Publikum fast zwei Stunden Zeit. Es wurde grundsätzlich in einem pazifistischen Geiste diskutiert, wobei unterschiedliche politische, philosophische und pragmatische Standpunkte auch zu kontroversen Aussagen führten. Der Tenor des öffentlichen Gesprächs war aber die Feststellung, dass die intellektuellen und politischen Potentiale wesentlich gestärkt werden müssen, um angesichts der internationalen Lage eine tatsächliche Abrüstung in Gang zu setzen. Die bestehenden und zu erwartenden Konflikte machen eine Kursänderung um 180-Grad zur herrschenden Interventionspolitik nötig. Es ist deshalb notwendig, ein so großes Ziel wie die vollständige globale Abrüstung auf die Agenda zu setzen, um in realpolitisch kleinen Schritten eine Gegenbewegung zum militaristischen Trend initiieren zu können.

 

Die Initiative „Welt ohne Waffen“ hat vor, den 1. September als Weltfriedenstag in Weimar und Thüringen sichtbar zu machen und als jährliches Forum fest zu etablieren und dabei das pazifistische Denken, Fühlen und Handeln zu fördern. Es sollen die aktuellen Krisenherde analysiert und die gesellschaftlichen Chancen einer globalen Friedensordnung ausgelotet werden. Neben einem jährlichen Podiumsgespräch von politischen Experten zum Weltfriedenstag wird angestrebt, in einer partei-unabhängigen, aber politik-nahen Aktionsgruppe jährlich weitere thematische Diskussionen und Aktionen durchzuführen. Die Initiative „Welt ohne Waffen“ will andere Friedensinitiativen durch ihre Orientierung auf die Zukunft einer militärfreien Welt ergänzen und vernetzen.

 

Interessierte sind herzlich eingeladen, dieses Anliegen zu unterstützen. Bitte kontaktieren Sie uns über folgende Adresse:

weltohnewaffen@gmx.de

Initiative „Welt ohne Waffen“, Weimar

Olaf Weber

 

Die Veranstaltung wurde gefördert durch die DAKT. Die Andere Kommunalpolitik Thüringen e.V.