Warum neigen manche Menschen zu Gewalt und Krieg oder lassen sich zum Mitmachen verleiten, während andere, von Mitgefühl und Menschlichkeit geleitet, sich dem verweigern?

Der 2015 verstorbene deutsch-schweizerische Psychologe, Psychoanalytiker, Schriftsteller und Geschwister-Scholl-Preisträger ARNO GRUEN hat in seinem bereits 2006 erschienen Buch „ICH WILL EINE WELT OHNE KRIEGE“ überzeugende Antworten gefunden.

Entscheidend sind demnach die frühkindlichen Erfahrungen sowie die kulturellen Werte, die uns geprägt haben. Die wechselseitig sich durchdringenden individuell-psychischen und gesellschaftlich-kulturellen Gründe müssen verstanden werden, wenn die menschliche Entwicklung statt in eine gewaltsame in eine friedliche Richtung gehen soll.

Dazu kann uns Gruens Buch helfen. Er richtete es an all jene, die sich nicht damit abfinden, dass es Gewalt und Kriege gibt. Jeder kann dazu beitragen, sie zu verhindern.

Im Folgenden sind einige zentrale Gedanken wiedergegeben:

„Die Quelle von Feindseligkeit und Gewalt liegt in einer Kultur, die Leistung und Besitz über alles stellt und es Menschen kaum möglich macht, ein Selbst zu entwickeln, das auf Vertrauen und Mitgefühl beruht. Nur wenn wir die komplizierten wechselseitigen Verflechtungen von gesellschaftlicher Struktur und individuellen Lebensgeschichten berücksichtigen, können wir verstehen, warum Gewalt allgegenwärtig ist.“

„Was die Welt vor Gewalt und Terror bewahren kann, sind nicht moralische Appelle und politische Bekenntnisse. Nur durch das Mitfühlen mit anderen, mit ihrem Schmerz, den sie durch Demütigung, Erniedrigung und Gewalt erleben, lassen sich Diktatoren und Kriege verhindern. Dieses Mitgefühl können wir aber nur aufbringen, wenn wir auch einen Zugang zu unserem eigenen Schmerz finden.“

„Wenn Kindern ein behütender und emotional zuverlässiger Rahmen fehlt und sie von ihren Eltern missachtet werden, kommt in ihrem Inneren ein fataler Prozess in Gang, der ihr ganzes weiteres Leben bestimmt: … beginnt das Kleinkind, sich selbst und seine Bedürfnisse und Wahrnehmungen abzulehnen, so wie es ja auch seine Eltern tun. Es beginnt, stattdessen ein falsches 'Selbst' zu leben, das nicht sein eigenes ist, das jedoch den Erwartungen seiner Eltern entspricht. Diese Verleugnung und Abspaltung des Eigenen wird im Weiteren sein Leben und seine Beziehungen prägen.

… dieser zentrale Moment der menschlichen Entwicklung … ist entscheidend dafür, ob wir unser Leben in Frieden oder Feindschaft mit anderen führen.“

„MÄNNLICHKEITSWAHN UND HELDENMYTHOS

Gewalt gilt vielen immer noch als Ausdruck von Stärke und männlicher Heldenhaftigkeit. Dahinter jedoch stehen die Angst und die Schwäche von Menschen, die nie sie selbst sein durften und deshalb Töten mit Lebendigsein verwechseln. Wenn es überhaupt so etwas wie 'Heldenhaftigkeit' gibt, dann ist sie bei solchen Menschen zu finden, die auch im Krieg den Mut hatten, zu ihren Gefühlen zu stehen und dem Druck zu sinnlosem Töten zu widerstehen. Studien belegen, dass es in Kriegen solche Menschen gegeben hat. Sie sind nicht nur eine Hoffnung für den Frieden, sondern widerlegen auch die Behauptung, der Mensch sei von Natur aus ein von bösartiger Aggression getriebenes Wesen.

Im amerikanischen Bürgerkrieg haben etwa 80 Prozent der Soldaten nie ihre Flinte abgefeuert. Für diese Menschen verstieß das Töten gegen innere Vorbehalte. Im Vietnamkrieg beteiligten sich etwa ein Fünftel der Soldaten nie an Folterungen, Vergewaltigungen und der Ermordung von Zivilisten und Kriegsgefangenen. Wie sich bei Untersuchungen herausstellte, waren dies Männer, die ihre eigenen Ängste akzeptierten, die es nicht nötig hatten, ihre Männlichkeit unter Beweis zu stellen, und die immer bereit waren, anderen zu helfen. Ganz anders die sogenannten Green Berets. Diese US-Eliteeinheit war in Vietnam für ihre besondere Härte und Grausamkeit bekannt. Der Forscher David Mark Mantell untersuchte die Lebensgeschichte dieser Soldaten und verglich sie mit der von Kriegsdienstverweigerern. Er kam zu eindeutigen Ergebnissen: Die Kriegsdienstverweigerer waren mit Eltern oder Bezugspersonen aufgewachsen, die sie in ihrem Kindsein weitgehend akzeptierten. Im Gegensatz dazu hatten die Green Berets eine ausgesprochen autoritäre Erziehung mit massiver körperlicher Gewalt erfahren. Feingefühl wurde von den Eltern verachtet, das Bedürfnis nach Zärtlichkeit als Schwäche bestraft. Es gab keine mitfühlende Emotionalität, die Jungen waren vielmehr einem überwältigenden System 'moralischer' Regeln unterworfen. Die Eltern hatten Gehorsamkeit und Konformität erwartet und mit harten Strafen durchgesetzt. Die Jungen wuchsen zu beruflich erfolgreichen Männern heran, deren extremer Gehorsam sich im Vietnamkrieg zur blinden Befehlsunterwerfung steigerte. Für die furchtbaren Vergehen, die sie dort auch an Frauen, Kindern und alten Menschen begangen hatten, fehlte ihnen jedes Gefühl von Schuld, Scham und Verantwortung.

Kinder, denen man die Möglichkeit nimmt, ihre eigenen Wahrnehmungen und ihre Bedürfnisse nach Wärme und Liebe zum Kern ihrer Persönlichkeit zu machen, neigen auch als Erwachsene dazu, sich anzupassen und zu unterwerfen. Unterschwellig jedoch sind sie von Wut und Hass auf alles Lebendige erfüllt. Ihre Gewaltbereitschaft lässt sich schnell aktivieren, wenn ihnen passende Feindbilder angeboten werden. Auch die Nazis waren geprägt durch eine autoritäre Erziehung, in der Disziplin und Gehorsam oberste Prinzipien waren und Zärtlichkeit als Schwäche abgelehnt wurde.

Kulturen wie die der Eipos oder der Montagnais-Maskapis-Indianer brachten ihren Kindern dagegen Vertrauen und Wertschätzung entgegen. So konnten sich diese in ihrem Wesen geliebt und anerkannt fühlen. Wenn dagegen das Eigene von Kindern abgewertet und unterdrückt wird, sind Feindseligkeit und paranoide Tendenzen die Folge. Solche Menschen fühlen sich nur wirklich lebendig, wenn sie zerstörerisch sein können, sei es durch direkte oder indirekte Gewalt.“

„DIE WURZELN DER UNMENSCHLICHKEIT

Für die meisten von uns ist es schwer vorstellbar, dass Menschen, die eigentlich ganz normal wirken, ohne das geringste Mitgefühl und ohne Reue einen anderen quälen und sogar töten können. Wir glauben, jeder Mensch sei ansprechbar für moralische Werte, mitmenschliche Gefühle und vernünftige Argumente. In Wahrheit jedoch 'funktionieren' Menschen, die durch ihre frühesten Erfahrungen zum 'Unmenschen' gemacht wurden, nicht nur in psychologischer, sondern auch in physiologischer Hinsicht ganz anders. Auch wenn sie überzeugend die Maske der Menschlichkeit tragen, fehlt ihnen jedes moralische Empfinden und jedes Gefühl für andere.

Unmenschlichkeit ist das Ergebnis einer Sozialisation, in der die Gefühle und die empathischen Fähigkeiten eines Kindes verachtet und als Schwäche abgetan werden. Ein Kind, das in einer solchen traumatischen Situation aufwächst, muss sich immer mehr von seinem Eigenen distanzieren und dieses als etwas Fremdes ablehnen.

Wenn eine Mutter ihren Säugling liebevoll umhegt und einfühlsam auf seine Bedürfnisse eingeht … Eine solche Bindung, in der die Bedürfnisse des Kindes und nicht die der Eltern im Vordergrund stehen, fördert die Entwicklung empathischer Vorgänge. Diese werden zur Basis des kindlichen Selbst. Das Kind kann sein eigenes Erleben als Teil seiner Identität integrieren und muss es nicht als ungeliebt abspalten.

Etwas ganz anderes geschieht, wenn Eltern nicht adäquat auf die kindlichen Bedürfnisse eingehen. Die empathischen Fähigkeiten werden unterdrückt und können sich nicht entwickeln. Das Kind gerät in einen Zustand von Hilflosigkeit, Wut und ständiger Anspannung. Dieser extreme Stress kann nicht bewältigt werden. Um psychisch zu überleben, muss dieses Kind seine Gefühle aus seinem Erleben verbannen und abspalten. Das gilt vor allem für das Erleben von Schmerz und Verzweiflung. Für solche Kinder sind Schmerz und Leid so groß und überwältigend, dass sie nur durch ein völliges Ausschalten und Abspalten dieser Gefühle überleben können. ...

Solche Menschen sind ihr Leben lang auf der Flucht vor allem, was diesen Schmerz wieder zum Leben erwecken könnte. Aus diesem Grund sind sie auch nicht in der Lage, ihn bei anderen Menschen empathisch wahrzunehmen und mitzufühlen. Im Gegenteil: Was bei einem 'normalen' mitfühlenden Menschen Verständnis, Anteilnahme und Zuneigung auslöst, weckt in ihnen die Mordlust. Sie müssen töten, was in ihnen menschliche Gefühle auslöst. Vor dieser Tatsache dürfen wir nicht die Augen verschließen, wenn wir es ernst meinen mit unserem Bemühen um Frieden. Es ist unser Umgang mit dem Schmerz, der darüber entscheidet, ob die menschliche Entwicklung eine destruktive oder eine friedliche Richtung nimmt.“

„Unsere Gesellschaft blendet die alltägliche Realität des Leidens meistens aus. Schmerz, ob physisch oder psychisch, wird ... in einer auf Leistung, Größe und Kraft fixierten Welt als unliebsame Schwäche betrachtet. … Wenn Eltern schmerzhafte Gefühle ihres Kindes als unberechtigt oder unwahr abtun, bleibt dem Kind nichts anderes übrig, als sich von seinen Gefühlen zu distanzieren. Es muss sich in seinen Schmerzen als Schwächling sehen und fühlen und sich dafür schämen.“

„... Kriege nur möglich sind durch ein Zusammenspiel von Menschen, die auf Größe, Macht und 'männliche' Stärke fixiert sind … hat diese Fixierung ihren Ursprung in einer Verleugnung des Schmerzes, die diese Menschen in frühester Kindheit durch die Entfremdung von ihrem eigenen Selbst erfahren haben“

„WAHRE STÄRKE BRAUCHT KEINE MACHT

Wahre Kraft entsteht durch das Erleben von Leid und Schmerz. Nur durch Leid und Schmerz lässt sich erfahren, dass Sicherheit ein Zustand in uns selbst ist, eine innere Kohärenz, die auch dann bestehen bleibt, wenn wir schwach und hilflos sind.

Dieses Gefühl, das auf einem Sich-selbst-Sein beruht, kann ein Mensch nur entwickeln, wenn er als Kind liebevoll in seinem Schmerzerleben begleitet wurde. Nur durch eine solche einfühlsame und teilnehmende Begleitung ist es dem Kind möglich, seinen Schmerz zu erleben und die Erfahrung zu machen, dass dieser nicht tötet. Erst aus diesem Erleben erwächst ein Gefühl der Stärke, das von Dauer ist und sich nicht immer wieder im Wettstreit mit anderen beweisen muss. Eine solche innere Kraft ist wiederum Grundlage für unsere Fähigkeit, am Mitgefühl für andere festzuhalten. Gleichzeitig verstärkt unsere Fähigkeit zum Mitgefühl auch unsere innere Kraft. Wir erfahren auf diese Weise, dass wir anderen etwas geben können und dass auch Altruismus eine Quelle der Kraft ist.“

„Selbstlos sein meint …, ein falsches Selbst aufzugeben, das auf Macht und Erfolg, auf körperlicher Schönheit, Konkurrenz und intellektueller Brillanz beruht. Nicht Größenwahn, sondern Mitgefühl als die Fähigkeit, den Schmerz anderer zu teilen und sich der Liebe zu öffnen, gibt dem Leben Sinn.“

„Die Quelle von Feindseligkeit und Gewalt liegt in einer Kultur, die Leistung und Besitz über alles stellt und es Menschen kaum möglich macht, ein Selbst zu entwickeln, das auf Vertrauen und Mitgefühl beruht. Nur wenn wir die komplizierten wechselseitigen Verflechtungen von gesellschaftlicher Struktur und individuellen Lebensgeschichten berücksichtigen, können wir verstehen, warum Gewalt allgegenwärtig ist.“

„UNSERE KULTUR FÖRDERT DIE GEWALT

Unsere Kultur macht es Menschen sehr schwer, ein eigenes freies Selbst zu entwickeln, weil sie das innere Erleben abwertet und Äußerlichkeiten wie Besitz und Status zum Maßstab des persönlichen Selbstwertes erhebt. Gleichzeitig sind in dieser Kultur Gewalt, Dominanzstreben und Rivalität als 'positive' menschliche Qualitäten verankert. … Wer im Konkurrenzkampf um Status und Besitz gewinnt, darf sich als stark und bedeutungsvoll erleben. Die 'Verlierer' jedoch, die sich – aus welchen Gründen auch immer – keinen Anteil sichern können, werden als unbedeutend und weniger wert angesehen. Menschen, die kein starkes Inneres haben und deren Selbstgefühl deshalb von solchen hierarchischen Zuschreibungen abhängig ist, brauchen sowohl Feindbilder als auch mächtige Identifikationsfiguren, um Selbsthass und Minderwertigkeitsgefühle zu betäuben, die auf Grund ihrer Sozialisation in ihnen lauern und die wieder erweckt werden, wenn sie Demütigungen und gesellschaftliche Abwertung erfahren.

Das ist der Kern des Problems: Alle Menschen, die Gewalt und Krieg suchen oder sich zum Mitmachen verleiten lassen, sind abgeschnitten von den Möglichkeiten eines Selbst, das auf eigenem inneren Erleben und dem Mitgefühl mit anderen basiert. Sie brauchen Helden, mit denen sie sich identifizieren können, oder sie müssen sich selbst zum Helden machen, indem sie andere verletzen und töten.

Wenn Menschen weder aus ihrem Inneren noch durch äußere Gratifikationen ein Gefühl von Bedeutung entwickeln können, lassen sie sich leicht zu Werkzeugen von Psychopathen machen, deren ganzes Streben auf Tod und Vernichtung ausgerichtet ist. Wie ich bereits aufgezeigt habe, handelt es sich bei solchen 'Führern' selbst um Menschen, denen man in ihrer Kindheit tiefe Verletzungen und Abwertungen zugefügt hat. Anzeichen für solche Erfahrungen lassen sich in der Biographie Hitlers wie auch in den frühen Lebensgeschichten von George W. Bush und Osama bin Laden feststellen.

Solchen Menschen geht es immer darum, sich selbst als grandios und unbesiegbar und andere als minderwertig und vernichtenswürdig zu erleben. Macht zu inszenieren ist deshalb ihr ganzer Lebenszweck. Die Größenphantasien, die sie dabei hervorbringen, ziehen andere an, die ihnen beitreten, um ihr eigenes inneres Vakuum zu füllen. ...

In Krisenzeiten wächst die Gewaltbereitschaft. Dies ist die Stunde für politische Führer, die – unter dem Vorwand, für die Gesellschaft nur das Beste zu wollen – die Erlaubnis erteilen, Hass und Verachtung gegen soziale Gruppen zu richten, die angeblich für die Missstände verantwortlich sind. So werden Ausländer diskriminiert, Arbeitslose als 'faul' beschimpft und selbst Kranke und Alte zum gesellschaftlichen Problem degradiert.

Auf diesem Weg lassen sich Menschen für Kriege mobilisieren. Es müssen nur glaubwürdig ein Feindbild und die Ideologie einer 'gerechten Sache' aufgebaut werden. Durch die Hingabe an die abstrakte Idee, eine reine und erhabene Mission zu erfüllen, werden die Grenzen des Ichs aufgeweicht: der Mensch fühlt sich größer und zugleich hingebungsvoll, weil er sich bereit erklärt, einer Idee zu dienen, die größer als sein Selbst ist.

Das Bindeglied, das Menschen dazu veranlasst, machtbesessenen Führern und ihren Ideologien zu folgen, ist eine allgemeine Gehorsamkeitsbereitschaft, zu der wir alle erzogen wurden. Wir fühlen uns wohl, wenn wir einem starken Menschen folgen. Das gibt uns nicht nur Halt und Orientierung. Die Identifikation mit Macht und Stärke vermittelt ein Gefühl von Bedeutung und Sinnhaftigkeit. So kommt es immer wieder zu der paradoxen Situation, dass ausgerechnet Benachteiligte solche politischen Führer wählen, die nur Verachtung für sie übrig haben und deren Programm ihre Situation noch verschlimmert.“

„WAS KÖNNEN WIR TUN?

Kriege können verhindert werden, und ich glaube, es ist einfacher, als wir denken. Denn viele von uns haben noch Träume, die mit unserer Sehnsucht nach menschlicher Verbundenheit zu tun haben. Diese Träume, die tief aus unserem Inneren kommen, können uns eine Hilfe sein, denn sie tragen dazu bei, die Wahrheit zu erkennen und stärken den Mut, unser Mitgefühl zum Maßstab unseres Handelns zu machen. Denn darum geht es: an dem Glauben an das Gute im Menschen festzuhalten.

[In diesem Sinne] schreibt der Dalai Lama [dass] ... 'die Pflege von Liebe und Mitgefühl, unsere Fähigkeit, in das Leiden eines anderen einzutreten, um es zu teilen, die Grundlage für das weitere Überleben unserer Spezies ist.'

Wenn wir begreifen, dass wir alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind, werden wir Gewalt unmöglich machen. Es sind unsere Gemeinsamkeiten, die uns der Liebe und nicht dem Krieg entgegenführen. Die Gefahr besteht jedoch, dass uns propagandistische Tricks davon abhalten, diese Gemeinsamkeiten zu sehen. Wenn George W. Bush auf einen Krieg gegen den Terror pocht, statt dessen Hintergründe anzugehen, dann lenkt er von wahren Problemen ab und gibt uralten Ängsten, die aus unserer Kindheit stammen, Gestalt. …

So werden wir von der Wirklichkeit ferngehalten. ... So bemerken wir nicht mehr, was man uns antut und dass die größte Militärmaschine der Weltgeschichte mit ihrer tödlichen Technik an die Rhetorik einer Christlichkeit gekettet ist, die genauso fundamentalistisch ist wie der Islamismus der terroristischen Gegenspieler. Und beide Seiten kämpfen im Namen des 'Guten gegen das Böse' ...

Wenn es uns nicht gelingt, an der menschlichen Fähigkeit des Mitgefühls festzuhalten, dann wird uns der Irrsinn der Fundamentalisten – egal welcher Couleur – einholen und zerstören. Es bleibt uns keine andere Wahl, als uns auf unser Herz und unser Mitgefühl zu besinnen. ...

Nach meinen Vorträgen werde ich häufig gefragt, was wir denn tun können, um unser Herz zu öffnen und unser Mitgefühl zu stärken. … Ich antworte dann immer, dass mitfühlende Tendenzen, die wir ja alle in uns tragen, gefördert werden, wenn wir unser Erleben mit anderen Menschen teilen. Wir selbst erfahren dadurch eine Stärkung, und anderen wird der Mut gegeben, sich auf ihre empathischen Wahrnehmungen von Leid und Schmerz zu verlassen. ...

Wir brauchen deshalb den Dialog mit Menschen, die Güte, Aufrichtigkeit und Uneigennützigkeit besitzen und offen dafür sind, das Eigene zu erkennen und zu fördern. Es müssen Menschen sein, deren Werte sich nicht an Macht, Erfolg und Geld orientieren und die deshalb zu einer Geisteshaltung fähig sind, die einen inneren Frieden herbeiführt. Es sind Menschen, die keine Angst vor dem Anderssein haben und die frei sind von Anpassungsdrang. Nur so lässt sich zum Eigenen finden, das auf Mitgefühl basiert."

Aus: Arno Gruen, Ich will eine Welt ohne Kriege, Stuttgart 4. Auflage 2016

...weiterlesen "Arno Gruen: „Ich will eine Welt ohne Kriege“"

Die Initiative „WELT OHNE WAFFEN“ Weimar wird sich im Rahmen der „WOCHE DER DEMOKRATIE“ im Deutschen Nationaltheater mit einem Informationsstand präsentieren. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und unsere Arbeit vorzustellen. An diesem Tag starten wir außerdem eine Umfrage zum Thema Abrüstung, zu der wir Sie herzlich einladen.

Die Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar bemüht sich seit 2013 darum, einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für Frieden, Abrüstung und Entmilitarisierung zu leisten. Trotz der jahrtausendelangen kriegerischen Geschichte der Menschheit sind wir von der Realutopie einer international kontrollierten, vollständigen globalen Abrüstung und Entmilitarisierung überzeugt. Dabei könnte Deutschland als Teil Europas und in Erinnerung an seine militaristische Vergangenheit und Schuld Vorreiter der weltweiten Demilitarisierung werden. Eine Zukunft ohne Krieg gibt es nur in einer Welt ohne Waffen und Militär.

Ort: Foyer des DNT Weimar
Zeit: 09.02.2019, 16-19.30 Uhr

Mehr Informationen zur „Woche der Demokratie“ hier: https://www.nationaltheater-weimar.de/de/index/woche-der-demokratie.php

Offener Brief an den Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine und die Fraktionen des Weimarer Stadtrates

Wir begrüßen die geplante Städtepartnerschaft Weimars nach Israel, sie sollte aber zu einer trilateralen Städtepartnerschaft mit einer israelischen und mit einer palästinensischen Gemeinde erweitert werden.

Die Partnerschaft einer deutschen mit einer israelischen Stadt ist durch den Holocaust eine besondere. Und die janusköpfige Geschichte Weimars zwischen Humanität und Barbarei verleiht dieser Beziehung nochmals einen ganz speziellen Charakter. Und letztlich wird auch das schwierige Verhältnis zwischen Israel und Palästina zu der Eigenart dieser Partnerschaft beitragen. Es könnte deshalb sinnvoll sein, in diesem hoch gefährdeten Nahen Osten ein versöhnendes Element wie diese regionale, trilaterale Partnerschaft zu installieren.

Es ist gut, dass Weimar eine neue Partnerschaft auch mit der Nähe Weimars zum KZ Buchenwald begründet. Vor diesem Hintergrund sollte der bekannte „Schwur von Buchenwald“ auch das Fundament dieser Partnerschaft sein.

Die Überlebenden des Konzentrationslagers bekannten sich am 19.04.1945 vor allem zu Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit. Das sind Begriffe, die im heutigen Israel und den besetzten Gebieten von hoher Aktualität sind. Indem Weimar zugleich eine Partnerschaft mit einer israelischen und einer palästinensischen Gemeinde anstrebt, könnte sie sowohl dem fortwährenden Gedenken an Buchenwald dienen als auch einen dringend notwendigen Impuls zur Versöhnung der Konfliktparteien im Nahen Osten leisten. Wir sind davon überzeugt, dass Weimar erst in dieser verdoppelten Städtepartnerschaft seinen ethischen Verpflichtungen aus dem Schwur von Buchenwald gerecht werden kann.

Die trilaterale Partnerschaft wäre auch ein Signal an die in Weimar lebenden jüdischen/israelischen und palästinensischen Bürger, sich gemeinsam mit der Weimarer Öffentlichkeit an einem Dialog über den Frieden im Nahen Osten und unsere Willkommenskultur zu beteiligen. Es gibt in Deutschland bereits mehrere solche trilateralen Städtepartnerschaften. Auch Jena hat eine Partnerschaft mit der palästinensischen Stadt Beit Jala (bei Bethlehem) und zugleich eine Kooperation mit der israelischen Stadt Gilboa.

Wir rufen die Stadt Weimar, ihre Institutionen, Bürger und Volksvertretungen dazu auf, Überlegungen darüber anzustellen, welche Möglichkeiten es gibt, diese trilaterale Städtepartnerschaft zu entwickeln.

Weimar, den 20.11.2018

Prof. Dr. Olaf Weber

Martin Rambow

Erhard Arndt

Im Vorfeld des 6. Weimarer Friedenspodiums (01.09.2018) hatte das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar (BgR) eine Presseerklärung zur Teilnahme von Prinz Chaos II. (Florian Ernst Kirner) herausgegeben. Diese Erklärung hat viel Verwirrung gestiftet und unserer ausgezeichneten Veranstaltung geschadet. Hier ist unsere Gegendarstellung:

Prinz Chaos II. zu Gast beim 6. Weimarer Friedenspodium

Florian Ernst Kirner alias Prinz Chaos II. war am 1. September, dem Weltfriedenstag, der prominente Gast beim 6. Weimarer Friedenspodium der Initiative „Welt ohne Waffen“. Kirner ist Journalist und Liedermacher sowie seit frühester Jugend engagierter Friedensaktivist und Antifaschist. Eindrucksvolle Lieder mit Gitarre und Mandoline mischten sich mit klaren Statements zu Frieden, Abrüstung und gegen Fremdenhass. Mit stehenden Ovationen endete der eindrucksvolle Abend.

Leider hat das Weimarer „Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus“ (BgR), dessen Arbeit wir ansonsten sehr schätzen, die Person von Prinz Chaos II. falsch bewertet. Mit einer im Vorfeld herausgegebenen Presseerklärung hat das Bündnis den Eindruck erweckt, er habe aufgrund von Interviews in zwei „umstrittenen“ Medienportalen eine Offenheit für rechte Positionen. Dieser Vorwurf ist falsch. Man kann ihm kein einziges Zitat nachweisen, dass ihn irgendwie als rechts oder auch nur rechtsoffen kennzeichnen würde.

Kritik an Medienportalen ist freilich legitim. Entscheidend ist jedoch, was Kirner inhaltlich gesagt, geschrieben und getan hat. Weniger ist von Belang, in welchem Medium er etwas geäußert hat oder was Dritte dort gesagt haben. Der Vorwurf der Kontaktschuld kann in gefährliche Denunziationsketten führen.

KenFM ist ein Internet-Magazin, das viele hervorragende Beiträge produziert hat. Kirner befindet sich unter den dort Interviewten in guter Gesellschaft, zum Beispiel mit der Schriftstellerin Daniela Dahn (2016 Gast beim Weimarer Friedenspodium), dem Theologen, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann, dem Rüstungsgegner Jürgen Grässlin, dem Neurobiologen Gerald Hüther, um nur einige Namen zu nennen.

Kirners Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist eindeutig. Gemeinsam mit dem Liedermacher Konstantin Wecker hat er beispielsweise Anti-Nazi-Demos wie „Dresden nazifrei“ oder gegen das größte Rechtsrockkonzert 2017 in Themar aktiv unterstützt. In seiner Südthüringer Wahlheimat hatte er tätliche Angriffe, einen Brandanschlag auf seinen PKW bis hin zu Morddrohungen durch Neonazis zu erdulden.

Wir bedauern, dass durch die Fehleinschätzung des BgR eine unnötige Differenz zwischen zwei an sich natürlichen Bündnispartnern entstanden ist. Leider waren durch die eilfertige Presseerklärung des BgR viele Weimarer verunsichert und blieben der inspirierenden Veranstaltung fern, zu der sogar Gäste aus Leipzig angereist waren.

Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar

Erhard Arndt

Markus Schmidt

Prof. Dr. Olaf Weber

 

 

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Am 1. September 2018 um 19 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami Weimar erfinden Prinz Chaos II. und Florian Ernst Kirner den Weltfrieden aus der Abwesenheit eines Weltpolizisten. Über einen Globus ohne Imperium.

Gitarre und Diskussion
Schöne Lieder und Argumente

Prinz Chaos II. (Florian Ernst Kirner) spielt Mandoline,
eine Thüringer Waldzither (Halszister) und
diverse Gitarren. Wenn er es nicht zum Singen benötigt,
nutzt er sein Mundwerk für freche, höchst
unterhaltsame Ansagen. Er ist eine zentrale Figur
der deutschen Liedermacher-Renaissance und war
direkter Schüler von Franz Josef Degenhardt und
Konstantin Wecker.

Im Dialog mit dem Publikum diskutiert er gern über
Möglichkeiten, zu Frieden und guter Nachbarschaft
zu kommen. Florian Ernst Kirner ist ein belesener
und leidenschaftlicher Gegner der Aufrüstung, des
Militärs und der imperialen Machtansprüche.
Er ist der richtige Mann für den Weltfriedenstag in
Weimar 2018.

Den Flyer zu der Veranstaltung finden Sie hier
und das Poster hier.

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„FRIEDEN GEHT! Staffellauf 2018 gegen Rüstungsexporte“ führt vom 21. Mai bis zum 2. Juni in 13 Tagen quer durch Deutschland, von Oberndorf am Necker bis nach Berlin. Wir setzen ein Zeichen für eine WELT OHNE WAFFEN und fordern von den verantwortlichen Politikern ein Ende deutscher Rüstungsexporte! Die Strecke führt entlang zahlreicher Rüstungsfirmen. Mehr als 1000 Menschen haben sich zu den Marathon-, Halbmarathon-, Lauf-, Geh- und Radfahretappen bereits angemeldet. Noch viel mehr werden spontan daran teilnehmen.

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Deutschland ist weltweit der viertgrößte Rüstungsexporteur. Deutsche Waffen werden an kriegführende und menschrechtverletzende Staaten exportiert. Mit ihnen werden Millionen Menschen in die Flucht getrieben oder getötet. „FRIEDEN GEHT!“ fordert: Kriegswaffen und Rüstungsgüter dürfen nicht exportiert werden.

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Am 29. Mai führt der Staffellauf mitten durch Thüringen von Eisenach nach Jena und macht auch in Weimar Station. Wir von der Initiative „WELT OHNE WAFFEN“ haben zwei Etappen nach und von Weimar mitorganisiert. Auf dem Weimarer Marktplatz wird von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr ein kleines Friedensfest stattfinden, bei dem der Oberbürgermeister Peter Kleine, der Intendant des Nationaltheaters Hasko Weber, Harry Stein von der Gedenkstätte Buchenwald, Superintendent Henrich Herbst sowie Wencke Mohr von unserer Initiative reden werden. Die Redebeiträge werden musikalisch gerahmt.

Tag 9 Etappen

 

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Etappe 1: Von Niederzimmern Parkplatz Auf dem Roten Stein zum Weimarer Markt (11,7 km), Start ca. 14:20 Uhr, Gehen; Strecke im Detail: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=qxoimpxslxiyynnq

Friedensfest auf dem Marktplatz Weimar von 16:30 Uhr bis 18 Uhr

Etappe 2: Vom Weimarer Markt nach Lehnstedt Magdalenenkirche (10,8 km), Start ca. 17:20 Uhr, Joggen; Strecke im Detail: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=fplxbequpbbedowj

Einzeletappenübersicht und Anmeldung: https://www.frieden-geht.de/29-05-2018-eisenach-jena-108-km/
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Hier das Grußwort von Konstantin Wecker: Grußwort-Konstantin-Wecker

Herzliche Einladung an alle! Sei auch DU dabei! Geh, lauf oder jogge mit! Bringt auch Eure Freunde und Bekannten mit!

 

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Und am 2. Juni findet die Abschlussdemonstration in Berlin statt. Auch dazu eine herzliche Einladung! Flyer dazu: Abschlussdemo, Flyer

Weitere Informationen:

Flyer von "FRIEDEN GEHT!": Frieden geht, Staffellauf - Flyer

Rüstungsproduzenten an der Strecke: Rüstungsproduzenten an der Strecke

www.frieden-geht.de

https://www.facebook.com/weltohnewaffen.weimar/

 

Wie skrupellose Waffenhändler, Politiker, Rüstungsmanager und Banker Geld mit Kriegen verdienen –
und wie wir mit dem GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE dem weltweiten Waffenhandel erfolgreich entgegentreten

VORTRAG UND DISKUSSION MIT JÜRGEN GRÄSSLIN

Jürgen Grässlin

FREITAG, 27. APRIL   -   19:30 UHR   -   MON AMI WEIMAR

Zurzeit toben weltweit mehr als 30 Kriege und bewaffnete Auseinander-setzungen. Von Kriegen und Bürger-kriegen profitierten allen voran die Rüstungsproduzenten und -exporteure in den USA, Russland, China, Frankreich und Deutschland. Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI dokumentiert, dass das weltweite Rüstungsexportvolumen von 2002 bis heute um mehr als 50 Prozent gesteigert wurde. Unterstützt wird diese Entwicklung von Regierungen, die von Frieden reden und zugleich Kriege ermöglichen.

Gemordet wird mit den Kriegswaffen des Nordens allen voran in Ländern des Südens: in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Lateinamerika. Millionen von Menschen wurden bereits getötet, verstümmelt und traumatisiert, ganze Landstriche verwüstet. Die Natur und Infrastruktur ganzer Staaten wurde und wird zerstört. Unzählige Menschen werden in die Flucht getrieben.

Jürgen Grässlin bringt Licht ins Dunkel des weltweiten Waffenhandels und er beantwortet die zentralen Fragen: Wie werden Kriege durch Waffenhandel eingeheizt und verlängert? Wer profitiert vom Geschäft mit dem Tod? Was muss sich ändern, damit Waffenexporte in Krisen- und Kriegsgebiete gestoppt werden? Wie kann das neue weltweite Netzwerk GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE einen weltweiten Stopp des Waffenhandels befördern?

Jürgen Grässlin ist Sprecher der Kampagne »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der Kritischen AktionärInnen Daimler
(KAD) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Er ist Autor zahlreicher kritischer Sachbücher über Rüstungsexporte sowie Militär- und Wirtschaftspolitik, darunter internationale Bestseller. Zuletzt verfasste er das »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient« und das »Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden«.

Grässlin wurde mit bislang zehn Preisen für Frieden, Zivilcourage, Medienarbeit und Menschenrechte ausgezeichnet, u.a. mit dem »Aachener Friedenspreis«. Zuletzt wurde er mit dem »GRIMME-Medienpreis« und dem »Marler Medienpreis Menschenrechte« von Amnesty International geehrt.

Eine Veranstaltung der Initiative WELT OHNE WAFFEN Weimar und der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.

Flyer Jürgen Grässlin

 

Abrüsten statt aufrüsten!

Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewaltherrschaft

In einer Zeit voller kriegerischer Gewaltakte und neuer Drohkulissen, die die Menschheit wieder an den Rand der nuklearen Katastrophe führen können, braucht es eine starke, sichtbare Friedensbewegung. Wir rufen deshalb partei- und konfessionsübergreifend zum Ostermarsch 2018 auf und werden für ein Ende der Kriege in Syrien, Afghanistan und anderen Ländern auf die Straße gehen.

Wir fordern den Beitritt Deutschlands und der anderen NATO-Staaten zum UN-Vertrag vom Juli 2017 zur Abschaffung aller Atomwaffen sowie das Verbot von Killerdrohnen!

Die von der NATO geforderte Erhöhung der Rüstungsausgaben verschärft die internationalen Spannungen und behindert nötige Investitionen in Bildung, Gesundheit und Kommunen. Dies geschieht, obwohl die Bundesrepublik aktuell durch kein Land bedroht ist.

Wir fordern Steuergelder für Schulen, Krankenhäuser und die Beseitigung von Kriegsschäden in den betroffenen Ländern statt für Gewehre, Panzer und immer neue Waffensysteme auszugeben!

Wer Profite aus Rüstungsexporten und Waffendeals mit Diktaturen zieht, versündigt sich am Frieden. Die Umgehung der Rüstungskontrolle durch die Auslieferung ganzer Produktionsanlagen für todbringende Waffen zeigt erneut die Fehler in der Außen- und Sicherheitspolitik unseres Landes.

Wir fordern einen Stopp der Rüstungsforschung an unseren Hochschulen, die Beschreitung von Wegen zur Konversion (zivilen Umrüstung von Produktion) und die Durchsetzung der Exportverbote in Krisengebiete und Länder mit einer aggressiven Innen- und Außenpolitik!

Die Missachtung des Völkerrechts und die Entsendung von Truppen in alle Ecken der Welt lösen keine Konflikte, sondern verschärfen sie und schaffen neue Anlässe für Gewalt. Nur zivile Konfliktlösungen und rechtstaatliche Prinzipien führen zur Überwindung und Aufarbeitung von Völkermord und Kriegsverbrechen.

Wir fordern eine Kehrtwende in der Außenpolitik hin zu einer europäischen Friedenspolitik ohne Militäreinsätze und die Rückkehr zum reinen Verteidigungsauftrag der Bundeswehr!

Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung sind immer dann an der Tagesordnung, wenn sich Menschen durch Propaganda und Ideologien aufhetzen lassen und Menschenrechte systematisch missachtet werden. Niemand begibt sich freiwillig auf die Flucht.

Wir fordern, die Fluchtursachen zu bekämpfen und humanitäre Hilfe für alle Menschen in Not sicher zu stellen!

Nur wenn wir schweigen, kann die Kriegstreiberei die Oberhand behalten. Deswegen: Teilnahme am Ostermarsch 2018 in Thüringen!

  • Erfurt – 29. März, 15 Uhr – Am Anger
  • Ohrdruf – 31. März, 11 Uhr – Kirche
  • Gera – 31. März, 10 Uhr – Bachgasse
  • Jena – 31. März, 14 Uhr – Holzmarkt

Koordinierungskreis / Thüringer Ostermarsch-Bündnis
c/o Eugen-Richter-Straße 44, 99085 Erfurt
Kontakt: ostermarsch-thueringen@gmx.de
www.ostermarsch-thueringen.jimdo.com www.facebook.com/ostermarschthuer

Ramstein Foto 1, Demo, Menschenkette

Informationsveranstaltung mit Vortrag, Aufruf und Gespräch zur Kampagne STOPP AIR BASE RAMSTEIN vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 in Ramstein mit Reiner Braun

Zeit und Ort: Freitag, 23. März 2018, 19 Uhr, Mon Ami Weimar, Goetheplatz

Herzliche Einladung an alle Freundinnen und Freunde des Friedens!

Der US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ist von zentraler Bedeutung für die Durchführung völkerrechts- und grundgesetzwidriger Angriffskriege und Drohnenmorde. Drohnen-Tötungen mutmaßlicher gegnerischer Kämpfer ohne Gerichtsverfahren sind extralegal und erfolgen lediglich auf Verdacht hin. Die übergroße Mehrzahl der Opfer sind unschuldige Zivilisten. Der Drohnenkrieg erfolgt unter Nutzung deutscher Infrastruktur und mit Beihilfe der deutschen Bundesregierung, die die extralegalen Tötungen stillschweigend duldet. Das illegale Töten muss beendet werden!

Foto US-Drohne

Die Kampagne STOPP AIR BASE RAMSTEIN engagiert sich seit Sommer 2015 für ein Ende des Drohnen-Mordens. Ihre wichtigste Forderung ist die Schließung der Satelliten- Relaisstation auf der Air Base, um den Drohnenkrieg von deutschem Boden zu stoppen. Langfristiges Ziel ist die gänzliche Schließung des Militärstützpunktes als einem Zentrum desMilitarismus. Vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 finden dort erneut Proteste, ein Friedenscamp, eine Friedensakademie und eine große Demonstration statt. Wir alle sind als Teil der Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, von der Bundesregierung die Beendigung des US- Drohnenkrieges von Deutschland aus zu fordern.

Der langjährige Friedensaktivist Reiner Braun, ehemaliger Geschäftsführer der International Association of Lawyers against Nuclear Arms, Co-Präsident des International Peace Bureau in Genf und Mitglied des Koordinierungskreises von STOPP AIR BASE RAMSTEIN, wird über die Bedeutung der Air Base Ramstein sprechen, die Kampagne vorstellen und zur Teilnahme einladen.

Eine Veranstaltung der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar zusammen mit attac Weimar sowie "Der große Frieden" und "Ourchild Gemeinnütziger e.V. Internationales Kinderhilfswerk" Bad Sulza

Download des Flyers: Flyer Stoppt den Drohnenkrieg von deutschem Boden!

Olaf Weber und Markus Schmidt von der Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar nahmen an der Demo gegen die "Münchner Sicherheitskonferenz" am 17.02.2018 teil.
Olaf Weber und Markus Schmidt von der Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar nahmen an der Demo gegen die "Münchner Sicherheitskonferenz" am 17.02.2018 teil.

Auf der sogenannten Sicherheitskonferenz (Siko) am Wochenende in München wurde erschreckend deutlich, wie sehr die dort versammelten Staats- und Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsminister, Militärstrategen und Rüstungskonzern-Chefs angesichts zunehmender Krisenherde weltweit in einem Denken von Konfrontation, militärischer Aufrüstung und Eskalationsbereitschaft befangen sind. Versuche, bestehende und drohende Konflikte durch eine Politik der Entspannung und des Aufeinander-Zugehens zu entschärfen und friedlich zu lösen, waren nicht erkennbar. Stattdessen setzt man auf rasante Militarisierung, Abschreckung und manch einer droht sogar mit militärischer Eskalation. Die NATO erklärt der Weltöffentlichkeit, der Westen müsse militärisch nachrüsten, weil Russland und China mit ihrer Aufrüstung eine Bedrohung für uns darstellen würden. Tatsache ist jedoch, dass die Rüstungsausgaben Russlands und Chinas nur einen Bruchteil derjenigen der NATO ausmachen. So werden Feindbilder aufgebaut, um die eigene Militarisierung zu rechtfertigen. Doch Aufrüstung ist keine Friedenspolitik. Sie dient der Sicherheit von niemandem. Stattdessen erhöht sie die Kriegsgefahr und führt die Welt näher an den Abgrund.

Auf der „Sicherheitskonferenz“ geht es nicht um friedliche Lösung von Konflikten oder um die Sicherheit für die Menschen auf der Welt. Stattdessen ist die Siko ein Forum zur Rechtfertigung der NATO, ihrer Rüstungsausgaben und ihrer völkerrechtswidrigen Kriegseinsätze, die der Bevölkerung als „humanitäre Interventionen“ verkauft werden. Den NATO-Strategen auf der Siko geht es darum, mit militärischer Stärke die wirtschaftliche Vormachtstellung des „Westens“ zu sichern. NATO-Staaten sind hauptverantwortlich für die letzten Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen und sie sind wesentlicher Akteur in Syrien und Kurdistan. Mit ihren Militäreinsätzen sollen Regierungswechsel erzwungen und Profite von Rüstungskonzernen, Zugang zu Rohstoffen und Absatzmärkten sowie die Nachfrage nach Waffen gesichert werden. Durch die Kriege der NATO werden die Lebensgrundlagen und somit jegliche soziale Sicherheit in den betroffenen Regionen zerstört und hunderttausende Zivilisten getötet.

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Ein breites Aktionsbündnis (Anti-Siko) hatte unter dem Motto „FRIEDEN STATT AUFRÜSTUNG! NEIN ZUM KRIEG!“ zur Demonstration gegen die NATO- Kriegs-Strategen aufgerufen. Gefordert wurden ein Nein zur Aufrüstung, die Kürzung des Militäretats, die Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr, eine Welt ohne Militär, das Ende der Produktion von Kriegswaffen und die Konversion auf zivile Güter, ein Stopp aller Waffenexporte, insbesondere an die Türkei, Saudi-Arabien, Katar und in andere Krisengebiete, ein Verbot der Verlagerung von Rüstungsproduktion ins Ausland, der Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag sowie die Abschaffung der in Deutschland stationierten Atomwaffen, die Beendigung des ständigen Bruchs des Völkerrechts durch illegale Angriffskriege, die Auflösung aller US- und NATO-Militärstützpunkte in Deutschland, keine Beteiligung an den US-Drohnenmorden (via Ramstein und Africom), der Austritt Deutschlands aus der NATO und allen Militärstrukturen der EU, kein Konfrontationskurs mit Russland, Solidarität mit Flüchtlingen (Fluchtgründe beseitigen, nicht verursachen) sowie Investitionen in soziale Sicherheit, Nachhaltigkeit und Frieden statt Milliarden für Aufrüstung und Krieg.

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Auf der Abschlussveranstaltung auf dem Münchener Marienplatz sprach sich u.a. Jürgen Grässlin leidenschaftlich gegen Rüstungsexporte und für Abrüstung aus. Die Reden von Jürgen Grässlin (Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen sowie der Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" und Autor von „Schwarzbuch Waffenhandel“) und Christine Buchholz (MdB, Die Linke) könnt Ihr Euch hier ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=4LKc1MZGoR4

https://www.youtube.com/watch?v=xBfMhmNKbM4

Und hier noch eine kurze Reportage von der Demo:

https://www.youtube.com/watch?v=ExZoOZju6Nk

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Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar