Im Vorfeld des 6. Weimarer Friedenspodiums (01.09.2018) hatte das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar (BgR) eine Presseerklärung zur Teilnahme von Prinz Chaos II. (Florian Ernst Kirner) herausgegeben. Diese Erklärung hat viel Verwirrung gestiftet und unserer ausgezeichneten Veranstaltung geschadet. Hier ist unsere Gegendarstellung:

Prinz Chaos II. zu Gast beim 6. Weimarer Friedenspodium

Florian Ernst Kirner alias Prinz Chaos II. war am 1. September, dem Weltfriedenstag, der prominente Gast beim 6. Weimarer Friedenspodium der Initiative „Welt ohne Waffen“. Kirner ist Journalist und Liedermacher sowie seit frühester Jugend engagierter Friedensaktivist und Antifaschist. Eindrucksvolle Lieder mit Gitarre und Mandoline mischten sich mit klaren Statements zu Frieden, Abrüstung und gegen Fremdenhass. Mit stehenden Ovationen endete der eindrucksvolle Abend.

Leider hat das Weimarer „Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus“ (BgR), dessen Arbeit wir ansonsten sehr schätzen, die Person von Prinz Chaos II. falsch bewertet. Mit einer im Vorfeld herausgegebenen Presseerklärung hat das Bündnis den Eindruck erweckt, er habe aufgrund von Interviews in zwei „umstrittenen“ Medienportalen eine Offenheit für rechte Positionen. Dieser Vorwurf ist falsch. Man kann ihm kein einziges Zitat nachweisen, dass ihn irgendwie als rechts oder auch nur rechtsoffen kennzeichnen würde.

Kritik an Medienportalen ist freilich legitim. Entscheidend ist jedoch, was Kirner inhaltlich gesagt, geschrieben und getan hat. Weniger ist von Belang, in welchem Medium er etwas geäußert hat oder was Dritte dort gesagt haben. Der Vorwurf der Kontaktschuld kann in gefährliche Denunziationsketten führen.

KenFM ist ein Internet-Magazin, das viele hervorragende Beiträge produziert hat. Kirner befindet sich unter den dort Interviewten in guter Gesellschaft, zum Beispiel mit der Schriftstellerin Daniela Dahn (2016 Gast beim Weimarer Friedenspodium), dem Theologen, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann, dem Rüstungsgegner Jürgen Grässlin, dem Neurobiologen Gerald Hüther, um nur einige Namen zu nennen.

Kirners Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist eindeutig. Gemeinsam mit dem Liedermacher Konstantin Wecker hat er beispielsweise Anti-Nazi-Demos wie „Dresden nazifrei“ oder gegen das größte Rechtsrockkonzert 2017 in Themar aktiv unterstützt. In seiner Südthüringer Wahlheimat hatte er tätliche Angriffe, einen Brandanschlag auf seinen PKW bis hin zu Morddrohungen durch Neonazis zu erdulden.

Wir bedauern, dass durch die Fehleinschätzung des BgR eine unnötige Differenz zwischen zwei an sich natürlichen Bündnispartnern entstanden ist. Leider waren durch die eilfertige Presseerklärung des BgR viele Weimarer verunsichert und blieben der inspirierenden Veranstaltung fern, zu der sogar Gäste aus Leipzig angereist waren.

Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar

Erhard Arndt

Markus Schmidt

Prof. Dr. Olaf Weber

 

 

IMG_7684

Am 1. September 2018 um 19 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami Weimar erfinden Prinz Chaos II. und Florian Ernst Kirner den Weltfrieden aus der Abwesenheit eines Weltpolizisten. Über einen Globus ohne Imperium.

Gitarre und Diskussion
Schöne Lieder und Argumente

Prinz Chaos II. (Florian Ernst Kirner) spielt Mandoline,
eine Thüringer Waldzither (Halszister) und
diverse Gitarren. Wenn er es nicht zum Singen benötigt,
nutzt er sein Mundwerk für freche, höchst
unterhaltsame Ansagen. Er ist eine zentrale Figur
der deutschen Liedermacher-Renaissance und war
direkter Schüler von Franz Josef Degenhardt und
Konstantin Wecker.

Im Dialog mit dem Publikum diskutiert er gern über
Möglichkeiten, zu Frieden und guter Nachbarschaft
zu kommen. Florian Ernst Kirner ist ein belesener
und leidenschaftlicher Gegner der Aufrüstung, des
Militärs und der imperialen Machtansprüche.
Er ist der richtige Mann für den Weltfriedenstag in
Weimar 2018.

Den Flyer zu der Veranstaltung finden Sie hier
und das Poster hier.

Staffellauf-Plakat-A0-06b-768x1086

„FRIEDEN GEHT! Staffellauf 2018 gegen Rüstungsexporte“ führt vom 21. Mai bis zum 2. Juni in 13 Tagen quer durch Deutschland, von Oberndorf am Necker bis nach Berlin. Wir setzen ein Zeichen für eine WELT OHNE WAFFEN und fordern von den verantwortlichen Politikern ein Ende deutscher Rüstungsexporte! Die Strecke führt entlang zahlreicher Rüstungsfirmen. Mehr als 1000 Menschen haben sich zu den Marathon-, Halbmarathon-, Lauf-, Geh- und Radfahretappen bereits angemeldet. Noch viel mehr werden spontan daran teilnehmen.

32955508_173208353361845_7550688661126250496_n

32743353_172418043440876_7599649170881773568_n

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland ist weltweit der viertgrößte Rüstungsexporteur. Deutsche Waffen werden an kriegführende und menschrechtverletzende Staaten exportiert. Mit ihnen werden Millionen Menschen in die Flucht getrieben oder getötet. „FRIEDEN GEHT!“ fordert: Kriegswaffen und Rüstungsgüter dürfen nicht exportiert werden.

IMG_6182

Am 29. Mai führt der Staffellauf mitten durch Thüringen von Eisenach nach Jena und macht auch in Weimar Station. Wir von der Initiative „WELT OHNE WAFFEN“ haben zwei Etappen nach und von Weimar mitorganisiert. Auf dem Weimarer Marktplatz wird von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr ein kleines Friedensfest stattfinden, bei dem der Oberbürgermeister Peter Kleine, der Intendant des Nationaltheaters Hasko Weber, Harry Stein von der Gedenkstätte Buchenwald, Superintendent Henrich Herbst sowie Wencke Mohr von unserer Initiative reden werden. Die Redebeiträge werden musikalisch gerahmt.

Tag 9 Etappen

 

IMG_6519

Etappe 1: Von Niederzimmern Parkplatz Auf dem Roten Stein zum Weimarer Markt (11,7 km), Start ca. 14:20 Uhr, Gehen; Strecke im Detail: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=qxoimpxslxiyynnq

Friedensfest auf dem Marktplatz Weimar von 16:30 Uhr bis 18 Uhr

Etappe 2: Vom Weimarer Markt nach Lehnstedt Magdalenenkirche (10,8 km), Start ca. 17:20 Uhr, Joggen; Strecke im Detail: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=fplxbequpbbedowj

Einzeletappenübersicht und Anmeldung: https://www.frieden-geht.de/29-05-2018-eisenach-jena-108-km/
33676914_175041043178576_1949951736915427328_n

Hier das Grußwort von Konstantin Wecker: Grußwort-Konstantin-Wecker

Herzliche Einladung an alle! Sei auch DU dabei! Geh, lauf oder jogge mit! Bringt auch Eure Freunde und Bekannten mit!

 

31856052_169551163727564_8391403551263293440_n

Und am 2. Juni findet die Abschlussdemonstration in Berlin statt. Auch dazu eine herzliche Einladung! Flyer dazu: Abschlussdemo, Flyer

Weitere Informationen:

Flyer von "FRIEDEN GEHT!": Frieden geht, Staffellauf - Flyer

Rüstungsproduzenten an der Strecke: Rüstungsproduzenten an der Strecke

www.frieden-geht.de

https://www.facebook.com/weltohnewaffen.weimar/

 

Wie skrupellose Waffenhändler, Politiker, Rüstungsmanager und Banker Geld mit Kriegen verdienen –
und wie wir mit dem GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE dem weltweiten Waffenhandel erfolgreich entgegentreten

VORTRAG UND DISKUSSION MIT JÜRGEN GRÄSSLIN

Jürgen Grässlin

FREITAG, 27. APRIL   -   19:30 UHR   -   MON AMI WEIMAR

Zurzeit toben weltweit mehr als 30 Kriege und bewaffnete Auseinander-setzungen. Von Kriegen und Bürger-kriegen profitierten allen voran die Rüstungsproduzenten und -exporteure in den USA, Russland, China, Frankreich und Deutschland. Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI dokumentiert, dass das weltweite Rüstungsexportvolumen von 2002 bis heute um mehr als 50 Prozent gesteigert wurde. Unterstützt wird diese Entwicklung von Regierungen, die von Frieden reden und zugleich Kriege ermöglichen.

Gemordet wird mit den Kriegswaffen des Nordens allen voran in Ländern des Südens: in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Lateinamerika. Millionen von Menschen wurden bereits getötet, verstümmelt und traumatisiert, ganze Landstriche verwüstet. Die Natur und Infrastruktur ganzer Staaten wurde und wird zerstört. Unzählige Menschen werden in die Flucht getrieben.

Jürgen Grässlin bringt Licht ins Dunkel des weltweiten Waffenhandels und er beantwortet die zentralen Fragen: Wie werden Kriege durch Waffenhandel eingeheizt und verlängert? Wer profitiert vom Geschäft mit dem Tod? Was muss sich ändern, damit Waffenexporte in Krisen- und Kriegsgebiete gestoppt werden? Wie kann das neue weltweite Netzwerk GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE einen weltweiten Stopp des Waffenhandels befördern?

Jürgen Grässlin ist Sprecher der Kampagne »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der Kritischen AktionärInnen Daimler
(KAD) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Er ist Autor zahlreicher kritischer Sachbücher über Rüstungsexporte sowie Militär- und Wirtschaftspolitik, darunter internationale Bestseller. Zuletzt verfasste er das »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient« und das »Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden«.

Grässlin wurde mit bislang zehn Preisen für Frieden, Zivilcourage, Medienarbeit und Menschenrechte ausgezeichnet, u.a. mit dem »Aachener Friedenspreis«. Zuletzt wurde er mit dem »GRIMME-Medienpreis« und dem »Marler Medienpreis Menschenrechte« von Amnesty International geehrt.

Eine Veranstaltung der Initiative WELT OHNE WAFFEN Weimar und der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.

Flyer Jürgen Grässlin

 

Abrüsten statt aufrüsten!

Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewaltherrschaft

In einer Zeit voller kriegerischer Gewaltakte und neuer Drohkulissen, die die Menschheit wieder an den Rand der nuklearen Katastrophe führen können, braucht es eine starke, sichtbare Friedensbewegung. Wir rufen deshalb partei- und konfessionsübergreifend zum Ostermarsch 2018 auf und werden für ein Ende der Kriege in Syrien, Afghanistan und anderen Ländern auf die Straße gehen.

Wir fordern den Beitritt Deutschlands und der anderen NATO-Staaten zum UN-Vertrag vom Juli 2017 zur Abschaffung aller Atomwaffen sowie das Verbot von Killerdrohnen!

Die von der NATO geforderte Erhöhung der Rüstungsausgaben verschärft die internationalen Spannungen und behindert nötige Investitionen in Bildung, Gesundheit und Kommunen. Dies geschieht, obwohl die Bundesrepublik aktuell durch kein Land bedroht ist.

Wir fordern Steuergelder für Schulen, Krankenhäuser und die Beseitigung von Kriegsschäden in den betroffenen Ländern statt für Gewehre, Panzer und immer neue Waffensysteme auszugeben!

Wer Profite aus Rüstungsexporten und Waffendeals mit Diktaturen zieht, versündigt sich am Frieden. Die Umgehung der Rüstungskontrolle durch die Auslieferung ganzer Produktionsanlagen für todbringende Waffen zeigt erneut die Fehler in der Außen- und Sicherheitspolitik unseres Landes.

Wir fordern einen Stopp der Rüstungsforschung an unseren Hochschulen, die Beschreitung von Wegen zur Konversion (zivilen Umrüstung von Produktion) und die Durchsetzung der Exportverbote in Krisengebiete und Länder mit einer aggressiven Innen- und Außenpolitik!

Die Missachtung des Völkerrechts und die Entsendung von Truppen in alle Ecken der Welt lösen keine Konflikte, sondern verschärfen sie und schaffen neue Anlässe für Gewalt. Nur zivile Konfliktlösungen und rechtstaatliche Prinzipien führen zur Überwindung und Aufarbeitung von Völkermord und Kriegsverbrechen.

Wir fordern eine Kehrtwende in der Außenpolitik hin zu einer europäischen Friedenspolitik ohne Militäreinsätze und die Rückkehr zum reinen Verteidigungsauftrag der Bundeswehr!

Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung sind immer dann an der Tagesordnung, wenn sich Menschen durch Propaganda und Ideologien aufhetzen lassen und Menschenrechte systematisch missachtet werden. Niemand begibt sich freiwillig auf die Flucht.

Wir fordern, die Fluchtursachen zu bekämpfen und humanitäre Hilfe für alle Menschen in Not sicher zu stellen!

Nur wenn wir schweigen, kann die Kriegstreiberei die Oberhand behalten. Deswegen: Teilnahme am Ostermarsch 2018 in Thüringen!

  • Erfurt – 29. März, 15 Uhr – Am Anger
  • Ohrdruf – 31. März, 11 Uhr – Kirche
  • Gera – 31. März, 10 Uhr – Bachgasse
  • Jena – 31. März, 14 Uhr – Holzmarkt

Koordinierungskreis / Thüringer Ostermarsch-Bündnis
c/o Eugen-Richter-Straße 44, 99085 Erfurt
Kontakt: ostermarsch-thueringen@gmx.de
www.ostermarsch-thueringen.jimdo.com www.facebook.com/ostermarschthuer

Ramstein Foto 1, Demo, Menschenkette

Informationsveranstaltung mit Vortrag, Aufruf und Gespräch zur Kampagne STOPP AIR BASE RAMSTEIN vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 in Ramstein mit Reiner Braun

Zeit und Ort: Freitag, 23. März 2018, 19 Uhr, Mon Ami Weimar, Goetheplatz

Herzliche Einladung an alle Freundinnen und Freunde des Friedens!

Der US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ist von zentraler Bedeutung für die Durchführung völkerrechts- und grundgesetzwidriger Angriffskriege und Drohnenmorde. Drohnen-Tötungen mutmaßlicher gegnerischer Kämpfer ohne Gerichtsverfahren sind extralegal und erfolgen lediglich auf Verdacht hin. Die übergroße Mehrzahl der Opfer sind unschuldige Zivilisten. Der Drohnenkrieg erfolgt unter Nutzung deutscher Infrastruktur und mit Beihilfe der deutschen Bundesregierung, die die extralegalen Tötungen stillschweigend duldet. Das illegale Töten muss beendet werden!

Foto US-Drohne

Die Kampagne STOPP AIR BASE RAMSTEIN engagiert sich seit Sommer 2015 für ein Ende des Drohnen-Mordens. Ihre wichtigste Forderung ist die Schließung der Satelliten- Relaisstation auf der Air Base, um den Drohnenkrieg von deutschem Boden zu stoppen. Langfristiges Ziel ist die gänzliche Schließung des Militärstützpunktes als einem Zentrum desMilitarismus. Vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 finden dort erneut Proteste, ein Friedenscamp, eine Friedensakademie und eine große Demonstration statt. Wir alle sind als Teil der Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, von der Bundesregierung die Beendigung des US- Drohnenkrieges von Deutschland aus zu fordern.

Der langjährige Friedensaktivist Reiner Braun, ehemaliger Geschäftsführer der International Association of Lawyers against Nuclear Arms, Co-Präsident des International Peace Bureau in Genf und Mitglied des Koordinierungskreises von STOPP AIR BASE RAMSTEIN, wird über die Bedeutung der Air Base Ramstein sprechen, die Kampagne vorstellen und zur Teilnahme einladen.

Eine Veranstaltung der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar zusammen mit attac Weimar sowie "Der große Frieden" und "Ourchild Gemeinnütziger e.V. Internationales Kinderhilfswerk" Bad Sulza

Download des Flyers: Flyer Stoppt den Drohnenkrieg von deutschem Boden!

Olaf Weber und Markus Schmidt von der Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar nahmen an der Demo gegen die "Münchner Sicherheitskonferenz" am 17.02.2018 teil.
Olaf Weber und Markus Schmidt von der Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar nahmen an der Demo gegen die "Münchner Sicherheitskonferenz" am 17.02.2018 teil.

Auf der sogenannten Sicherheitskonferenz (Siko) am Wochenende in München wurde erschreckend deutlich, wie sehr die dort versammelten Staats- und Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsminister, Militärstrategen und Rüstungskonzern-Chefs angesichts zunehmender Krisenherde weltweit in einem Denken von Konfrontation, militärischer Aufrüstung und Eskalationsbereitschaft befangen sind. Versuche, bestehende und drohende Konflikte durch eine Politik der Entspannung und des Aufeinander-Zugehens zu entschärfen und friedlich zu lösen, waren nicht erkennbar. Stattdessen setzt man auf rasante Militarisierung, Abschreckung und manch einer droht sogar mit militärischer Eskalation. Die NATO erklärt der Weltöffentlichkeit, der Westen müsse militärisch nachrüsten, weil Russland und China mit ihrer Aufrüstung eine Bedrohung für uns darstellen würden. Tatsache ist jedoch, dass die Rüstungsausgaben Russlands und Chinas nur einen Bruchteil derjenigen der NATO ausmachen. So werden Feindbilder aufgebaut, um die eigene Militarisierung zu rechtfertigen. Doch Aufrüstung ist keine Friedenspolitik. Sie dient der Sicherheit von niemandem. Stattdessen erhöht sie die Kriegsgefahr und führt die Welt näher an den Abgrund.

Auf der „Sicherheitskonferenz“ geht es nicht um friedliche Lösung von Konflikten oder um die Sicherheit für die Menschen auf der Welt. Stattdessen ist die Siko ein Forum zur Rechtfertigung der NATO, ihrer Rüstungsausgaben und ihrer völkerrechtswidrigen Kriegseinsätze, die der Bevölkerung als „humanitäre Interventionen“ verkauft werden. Den NATO-Strategen auf der Siko geht es darum, mit militärischer Stärke die wirtschaftliche Vormachtstellung des „Westens“ zu sichern. NATO-Staaten sind hauptverantwortlich für die letzten Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen und sie sind wesentlicher Akteur in Syrien und Kurdistan. Mit ihren Militäreinsätzen sollen Regierungswechsel erzwungen und Profite von Rüstungskonzernen, Zugang zu Rohstoffen und Absatzmärkten sowie die Nachfrage nach Waffen gesichert werden. Durch die Kriege der NATO werden die Lebensgrundlagen und somit jegliche soziale Sicherheit in den betroffenen Regionen zerstört und hunderttausende Zivilisten getötet.

IMG_5437      Bild 3

Ein breites Aktionsbündnis (Anti-Siko) hatte unter dem Motto „FRIEDEN STATT AUFRÜSTUNG! NEIN ZUM KRIEG!“ zur Demonstration gegen die NATO- Kriegs-Strategen aufgerufen. Gefordert wurden ein Nein zur Aufrüstung, die Kürzung des Militäretats, die Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr, eine Welt ohne Militär, das Ende der Produktion von Kriegswaffen und die Konversion auf zivile Güter, ein Stopp aller Waffenexporte, insbesondere an die Türkei, Saudi-Arabien, Katar und in andere Krisengebiete, ein Verbot der Verlagerung von Rüstungsproduktion ins Ausland, der Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag sowie die Abschaffung der in Deutschland stationierten Atomwaffen, die Beendigung des ständigen Bruchs des Völkerrechts durch illegale Angriffskriege, die Auflösung aller US- und NATO-Militärstützpunkte in Deutschland, keine Beteiligung an den US-Drohnenmorden (via Ramstein und Africom), der Austritt Deutschlands aus der NATO und allen Militärstrukturen der EU, kein Konfrontationskurs mit Russland, Solidarität mit Flüchtlingen (Fluchtgründe beseitigen, nicht verursachen) sowie Investitionen in soziale Sicherheit, Nachhaltigkeit und Frieden statt Milliarden für Aufrüstung und Krieg.

Bild 4      Bild 5

Auf der Abschlussveranstaltung auf dem Münchener Marienplatz sprach sich u.a. Jürgen Grässlin leidenschaftlich gegen Rüstungsexporte und für Abrüstung aus. Die Reden von Jürgen Grässlin (Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen sowie der Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" und Autor von „Schwarzbuch Waffenhandel“) und Christine Buchholz (MdB, Die Linke) könnt Ihr Euch hier ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=4LKc1MZGoR4

https://www.youtube.com/watch?v=xBfMhmNKbM4

Und hier noch eine kurze Reportage von der Demo:

https://www.youtube.com/watch?v=ExZoOZju6Nk

IMG_5441

Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar

 

Stellungnahme der Initiative „Welt ohne Waffen“ zum Jahrestag der Bombardierung Weimars am 9. Februar 1945

An jedem Jahrestag der Bombardierung Weimars am 9. Februar 1945 kommt die Erinnerung an den Krieg zurück. Es ist gut, dass nichts vergessen wird.

Es ist auch nicht verwunderlich, dass es unterschiedliche Bewertungen dieses Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisses gibt. Doch über die Gräuel des 2. Weltkrieges und der Ungeheuerlichkeit des Holocausts, für die Deutschland jeweils die Hauptschuld trägt, kann es keinen Zweifel geben. Die 60 Millionen Kriegstoten und 6 Millionen Holocaust-Opfer bleiben ein Erbe des militaristischen Deutschlands. Es ist deshalb nicht akzeptabel, dass heute eine rechte Propaganda diese Schuld leugnet.

Wir wenden uns aber auch gegen Verharmlosungen des Krieges überhaupt. Auch gegen die Verharmlosung der Flächenbombardements der Alliierten, die schon damals unmoralisch waren und heute den Charakter von Kriegsverbrechen hätten. Die Zerstörung deutscher Städte war im Frühjahr 1945 militärisch sinnlos und moralisch verwerflich. Wir sollten nicht aus einer falsch verstandenen Bündnistreue zu den heutigen Nato-Partnern die alliierten Flächenbombardements vom Frühjahr 1945 unkritisch beurteilen.

Unsere Kritik richtet sich gegen alle Formen der Beschwichtigung von militärischer Gewalt. Die Neonazis wollen die Schuld der Deutschen kleinreden, das ist schon deshalb unredlich, weil es das größte Kriegsverbrechen ist, einen Krieg zu beginnen. Und die Wehrmacht hat diesem Verbrechen noch viele weitere hinzugefügt. Aber in der militärischen Logik und nach dem Charakter des Krieges werden von allen Seiten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Unser Zorn richtet sich deshalb gegen den Krieg überhaupt. Krieg ist unethisch und schafft millionenfaches Leid, löst aber kein einziges der drängenden Probleme.

Unsere antimilitaristische Position verbietet uns, ein einziges der Kriegsopfer zu vergessen. Wir stellen das Unmenschliche des Krieges und damit das außergerichtliche Töten grundsätzlich an den Pranger. Indem wir uns gegen das von Gewehrläufen, Kampfjets oder Drohnen ausgehende massenhafte Töten auf Befehl wenden, folgen wir nach unserem Verständnis genau dem Ruf der Nachkriegsgeneration: „Nie wieder Krieg!“.

Wir wollen die Erinnerung an den 2. Weltkrieg auch hinwenden zu einer Empörung über die Grausamkeit heutiger Kriege. Wir kritisieren die völkerrechtswidrigen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und müssen auf die Mitschuld unseres westlichen Militär-Bündnisses für viele Bürgerkriege hinweisen; welche die entscheidenden Ursachen für Terrorismus und die dramatischen Fluchtbewegungen der Gegenwart bilden. Insbesondere kritisieren wir die derzeitige völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in die Kurdengebiete Syriens. Das ist ein schreckliches Kriegsverbrechen, für das Deutschland eine Mitschuld trägt.

Unser Gedenken zum 9. Februar richtet sich deshalb gleichsam auf die Gräuel von damals und heute.

Protestaktion vor dem Fliegerhorst Jagel 2017
Protestaktion vor dem Fliegerhorst Jagel 2017

Aufruf, Vortrag und Diskussion mit Ralf und Siglinde Cüppers, Flensburg

Der Tornado- und Drohnenstandort Jagel in Schleswig-Holstein ist der Ort, von wo die Cyberkrieger mit ferngesteuerten Drohnen und ECR-Tornados Krieg in aller Welt führen. Für 2018 ist dort ein „Offenes Kriegsatelier“ als Protest gegen die Kriegsführung der Bundeswehr und der NATO geplant. In diesem Jahre fanden dort bereits zwei Anti-Kriegskonzerte der Aktion Lebenslaute statt.

Die beiden Friedensaktivisten Ralf und Siglinde Cüppers werden am 30. Oktober in der ACC-Galerie Weimar das ULUS-Offene Kriegsatelier auf den Donaubrücken vorstellen, eine gewaltfreie Aktion im Jugoslawien-Krieg, mit der serbische Künstler die Zerstörung dieser Brücken durch Jageler Bundeswehr-Tornados und amerikanische Bomber effektiv verhindert haben. Danach werden sie eine erste Planung für das Offene Kriegsatelier in Jagel vorstellen. Kunst- und Friedensinteressierte sind herzlich willkommen.

Ort: ACC-Galerie Weimar, Burgplatz
Zeit: Montag, 30. Oktober 2017, 17-19 Uhr

Eine Veranstaltung des ACC mit der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Download des Flyers Offenes Kriegsatelier in Jagel

Nordkorea rüstet weiter mit Atom- und Wasserstoffbomben auf, ist aber damit nicht allein. Was also tun?

  1. Die US-Administration muss endlich mit Nordkorea gleichberechtigt verhandeln und auf einen von außen inszenierten Systemwechsel (Regime Change) verzichten. Wie alle anderen hat auch Kim Jong-Un bemerkt, dass die USA immer wieder bereit waren, völkerrechtswidrige Angriffskriege gegen militärisch weit unterlegene Staaten wie Afghanistan, Irak und Libyen zu führen. Nach der militärischen Logik handelt der nordkoreanische Alleinherrscher leider richtig. Seine Atomwaffen sind die schreckliche Antwort auf die völkerrechtswidrige Interventionspolitik der USA.
  2. Die US-Regierung hat ein milliardenschweres Atomrüstungsprogramm beschlossen, in deren Verlauf die größte Atommacht noch einmal draufsattelt. Dabei hatten sich alle Atomwaffenstaaten in Artikel 6 des Sperrvertrages verpflichtet, ihre eigenen Nuklearwaffen abzurüsten. Der Ausbau der Atomwaffenarsenale von USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Israel ist also nicht weniger gesetzwidrig wie das nordkoreanische Streben nach ihrem Besitz.
  3. Bei der UNO liegt der Vertrag zum allgemeinen Atomwaffenverbot vor. Der Entwurf ist bereits von 122 Staaten unterzeichnet worden. Deutschland hat aus falscher NATO-Treue diesen Vertrag bisher nicht unterschrieben und macht sich deshalb mitschuldig an der atomaren Aufrüstung Nordkoreas. Verbinden wir also unseren Protest gegen die nordkoreanische Rüstung mit einem Druck auf unsere eigene Regierung, endlich das Mögliche zu tun.

Olaf Weber

Erhard Arndt

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar