Postkarte_Ostergruss_2017
Osterkarte der Gruppe „Kooperative Kunstpraxis“ (2003).

„Ich traue keinem mit einer Waffe in der Hand, egal wer“, sagte 2016 ein syrischer Flüchtling. Wir fordern endlich Verhandlungen ohne Vorbedingungen für Syriens Zukunft und Abrüstung für die Welt!

Friedliche Ostern.

Olaf Weber , Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Das Problem des Militärs ist seine ungeheure Gewalt und seine Schnelligkeit, die mit rechtsstaatlichen Verfahren nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Im Falle von „normaler“ ziviler Kriminalität gibt es diese Umsicht, dort würden die Angeklagten vor Gericht kommen und hätten ein Urteil über Schuld oder Unschuld zu erwarten. Im zivilen Leben würden alle verfügbaren Fakten ausgewertet werden, man weiß dort, dass Opferbilder vielleicht viel über die Opfer, doch meist nichts über die Täter aussagen. Im Krieg, der auch deshalb nicht mehr ins 21. Jahrhundert passt, beeilen sich die Kanonen, die Urteile zu überholen. Die Wahrheit interessiert nicht, warum auch, sonst würde das Urteil den Krieg ja ersetzen und das Militär könnte ja abgeschafft werden.

Aufgrund der Veröffentlichung von grausamen Opferbildern militärische Gewalt einzusetzen heißt, fake-news zum Scharfrichter zu erheben. Statt „scharfer“ Bilder braucht es aber klarer Gedanken. Die Logik des Krieges (sie gibt es trotz Serner innewohnenden Irrationalität) weist nicht auf Assad. Die Giftgaseinsätze kamen kurz nach der  Ansage der internationalen Diplomatie, dass der Rücktritt Assads keine Vorbedingung mehr für Friedensverhandlungen sei. Mit dieser Aufwertung des umstrittenen Assad war der Weg zu Verhandlungen eingeschlagen. Die Giftgaseinsätze müssen also von Leuten geplant worden sein, die eine solche Verhandlungslösung nicht wollen. Es könnten Teile der radikalen Opposition gewesen sein, die jede Verhandlung mit Assad ablehnen, es könnten auch  der „Islamische Staat“ oder Teile des syrischen Militärs verantwortlich sein, die aufs Ganze setzen und ebenfalls eine Verhandlungslösung ablehnen. Jedenfalls sind sie vielleicht untereinander Gegner, sie gehören aber in Wirklichkeit ein und derselben Clique an, sie sind schändliche Kriegstreiber, die ihre Machtgelüste auf kosten weiterer Hunderttausender tote ausleben wollen.  Denn neben Aleppo gibt es noch mehrere syrische Großstädte, die zerstört werden können.

Was macht man aber, wenn solche Verbrecher eine Verhandlungslösung torpedieren wollen? Man gibt den Scharfmachern durch kluge! Verhandlungsangebote keine Chance. Trumps völkerrechtswidrige Raketen-Reaktion ist leider nur eine Fortsetzung Der Chemiewaffen-Attacken, sie eröffnet keine neue Perspektive. Ich hoffe auf die europäische Diplomatie. Den Scharfmachern aller Länder muss Herz und Vernunft der Zivilgesellschaften entgegengesetzt werden.

 

Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

(Erkenntnisstand Freitag, 07.04.2017, 11 Uhr)

  1. Der Einsatz von Chemiewaffen ist ein Kriegsverbrechen und muss streng geahndet werden.
  2. Auch andere Waffen (Bomben, Raketen, Drohnen) sind keineswegs „sauber“. Durch die Hochtechnologie-Waffen sind in den letzten Jahren und in vielen Ländern Hunderttausende Zivilisten getötet worden. Die „rote Linie“ darf nicht über die Gefährlichkeit der anderen Waffen täuschen und nicht für Eskalationsstrategien missbraucht werden.
  3. Im Kriege geht vieles irrational zu, dass aber der Machthaber Assad in einer Situation, in der er gerade als Verhandlungspartner anerkannt war und sein Rücktritt nicht mehr als Voraussetzung für Verhandlungen gelten sollte, eine solche Dummheit begeht, ist außergewöhnlich.
  4. Wegen der im Kriege auf allen Seiten üblichen Lügen und Tricks ist eine gründliche internationale Untersuchung der Vorfälle dringend geboten. Die Behauptung Assads, die Auf ständigen hätten selbst Chemiewaffen produziert, die durch den Angriff zur Wirkung gekommen sind, ist nicht völlig von der Hand zu weisen.
  5. Im UN-Sicherheitsrat muss eine Resolution verabschiedet werden, welche im Unterschied zu denen der letzten Tage eine Untersuchung ohne vorherige Schuldzuweisung fordert. Sollten die Russen einer solchen, objektiven Untersuchung ihre Zustimmung verweigern, muss die UN-Vollversammlung einen entsprechenden Beschluss fassen.
  6. Das erstmalige direkte Eingreifen der USA im syrischen Bürgerkrieg zugunsten der Auf ständigen ist eine unverantwortliche Zuspitzung der Lage im Nahen Osten. Es darf nicht der Auftakt zu weiteren militärischen Abenteuern der neuen US-Regierung sein. Trump muss den Weg der Verhandlung aufnehmen und sich mit Putin auf eine diplomatische Lösung des Syrienkrieges verständigen.

Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Der Eintritt ist frei!

Von den Militärstrategien zur Friedenslogik

Friedenspodium mit Daniela Dahn und Roland Vogt

Donnerstag, 1. September 2016, 19 Uhr

Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“, Weimar, Goetheplatz 11

Der moderne, industrielle und automatisierte Krieg befindet sich in seiner Zerstörungskraft und Unberechenbarkeit längst außerhalb der Zivilisation. Wir können uns ökonomisch, ökologisch und sozial kein Militär mehr leisten.

Wie kommen wir aber vom militärischen Denken und Handeln zu einer Friedenslogik, welche die Kooperation über die Konfrontation stellt und die Aufrüstung zur Abrüstung umkehrt?

Flyer downloaden im PDF-Format: 4. Friedenspodium Weimar 2016

4. Friedenspodium Weimar 2016 Titel

4. Friedenspodium Weimar 2016 Info

Es diskutieren mit dem Publikum:

Daniela Dahn lebt als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin in Berlin. Sie war 1989 Mitbegründerin der oppositionsgruppe „Demokratischer Aufbruch“. Heute ist sie u.a. Mitglied der internationalen Untersuchungskommission „Grundrecht und Globalisierung“. Sie war Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Freitag“ und erhielt u.a. den „Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik“ 1999. Ihre zahlreichen Essay-Bände wie „Vertreibung ins Paradies. Unzeitgemäße Texte zur Zeit“ (1998), „Wehe dem Sieger. Ohne Osten kein Westen“ (2009), oder “Wir sind der Staat“ (2013) enthalten jede Menge geistigen Sprengstoff, um die Zusammenhänge von Hegemonie und Krieg versus Demokratie und Frieden zu diskutieren.

Roland Vogt hat Jura und Politische Wissenschaften studiert. Seit 1975 in der Ökologie- und Friedensbewegung aktiv hat er die Partei DIE GRÜNEN und den Bund für Soziale (= nichtmilitärische) Verteidigung mitgegründet. Als Abgeordneter in der ersten Bundestagsfraktion der GRÜNEN setzte er sich u.a. für Abrüstung und Konversion ein. 1991 – 2006 war er in der Landesregierung Brandenburg für Konversion zuständig. Zur Zeit ist er Mitstreiter der Initiative „Stopp Ramstein Kaiserslautern“ und bringt dort Ideen für die zivile Umwandlung der übermilitarisierten Region Westpfalz ein. Er ist Mitinitiator des 2015 gegründeten „Petra-Kelly-Kreises“ für Frieden und Menschenrechte.

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen unter:

www.weltohnewaffen.de

kontakt@weltohnewaffen.de

www.facebook.com/weltohnewaffen.weimar

Veranstalter: Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen und DAKT e.V. (Die andere Kommunalpolitik Thüringen)

Anschließend (21 Uhr) besteht die Möglichkeit, den Film „A Man Can Make a Difference“ (Deutschland) im Kommunalen Kino mon ami anzusehen. „Das war kaltblütiger Massenmord und ich kann das beweisen.“ Mit diesen Worten wurde Benjamin Ferencz im Alter von 27 Jahren zum Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess gegen die Mordbanden der SS. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, lautet seine Vision für ein friedlicheres Zusammenleben.

 

Das Friedenspodium Weimar am 01.09.2016

am Antikriegstag, dem 1. September, fand das 4. Friedenspodium der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar im Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“ statt. Es waren zwei prominente Gäste eingeladen, die über das Thema „Von den Militärstrategien zur Friedenslogik“ diskutierten. Es waren dies die Schriftstellerin, Publizistin und Trägerin des „Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik „Daniela Dahn und Roland Vogt, der einst mit Petra Kelly und vielen anderen die Friedensbewegung der 70er Jahre in der Bundesrepublik initiierte.

Nach den Statements der Gäste wurde über die Frage diskutiert, welche Möglichkeiten es angesichts von zunehmenden Kriegen und Vertreibungen heute gibt, den Frieden mit zivilen Mitteln zu verteidigen. Die Diskussion im voll besetzten Saal war sehr lebendig, aber nicht kontrovers. Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Sicherheits- und Militärpolitik der Großmächte nicht durch kleine Kurskorrekturen, sondern durch eine Kehrtwende verändert werden muss: Von einer Politik der Konfrontation zur Kooperation und von der weiteren Aufrüstung endlich zur Abrüstung.

Blick auf das Podium, von links nach rechts. Olaf Weber, Daniela Dahn und Roland Vogt. Foto von Maik Schuck.

 

Es waren etwa 70 Interessierte gekommen, mindestens 10 beteiligten sich aktiv an der Diskussion. Die Resonanz an unserem Thema war sehr groß, in der Tagespresse wurde mit Bild darüber berichtet und der Lokalsender „Radio Lotte“ berichtete in 3 unterschiedlichen Sendungen.

Prof. Dr. Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

 

Statement von Roland Vogt

Statement von Daniela Dahn

 

 

Die Bundeskanzlerin verschickt an den französischen Staatspräsidenten Beileidsbekundungen wegen der sich häufenden Anschläge islamistischer Terroristen in Frankreich. Dieser erwidert wiederum sein tiefes Mitgefühlwegen der Anschläge in Deutschland, Beileidsbekundungen hin und her sind gut und schön. Aber wer entschuldigt sich für die Destabilisierung ganzer Regionen im Nahen Osten und den Tod von Hundert Tausenden Zivilisten infolge unserer militärischen Interventionen? Die Bundeskanzlerin sagt, die Auswahl der terroristischen Ziele (Supermärkte, Schulen, Kirchen, Sportstätten usw.) seien entsetzlich willkürlich. doch willkürlich sind aus der Perspektive der Opfer auch die durch Bomber zerstörten orte in den Ländern, aus denen nun die Menschen fliehen. Warum entschuldigen sich die großen Staatsoberhäupter nicht bei den Frauen, Männern und Kindern dafür, dass sie nun zu uns fliehen müssen? Unsere Willkommenskultur kann nur ein kleiner Beitrag zur Entlastung sein. Hören wir auf mit militärischer Intervention und Beileid, beginnen wir endlich mit ziviler Hilfe vor Ort.

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Vortrag mit Diskussion

Referent: Theodor Ziegler

Freitag, 20. Mai 2016, 19 Uhr

Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“, Weimar

 

Die Zunahme der kriegerischen Konfliktaustragungen mit ihren verheerenden tödlichen und zerstörerischen Auswirkungen erfordert dringend eine Wende in der internationalen Konfliktkultur und Friedenssicherung. Die Verteidigungsministerin setzt jedoch vehement auf einen weiteren personellen und technischen Ausbau der Bundeswehr. Wie könnte eine friedliche Friedenspolitik aussehen, wo gibt es Ansatzpunkte für friedenspolitische Neuorientierungen?

Referent Theodor Ziegler
Referent Theodor Ziegler

Der Referent, Theodor Ziegler, ist ein Friedensaktivist, Friedensforscher und Liedermacher aus Baden-Württemberg. Der Religionspädagoge war ab 1982 Beauftragter für die Kriegsdienstverweigerer in der badischen Landeskirche. Dort gehört er dem Leitungskreis des Forums Friedensethik an, ebenso einer Projektgruppe, die ein Ausstiegsszenario aus der militärischen Friedenssicherung entwirft, gleich dem bereits beschlossenen Atomausstieg. Sein im Jahre 2012 verfasster Text

Ausstieg 2.0 – Nach dem Atomausstieg auch der Ausstieg aus dem Militär?“ war ein vielbeachteter Impuls für die Friedensbewegung, sich auch Gedanken über eine Welt ohne Militär zu machen.

Sie hassen uns nicht für „unsere Freiheit“. Sie hassen, dass wir unsere Ideale in ihren Ländern verraten haben – für Öl.

Robert F. Kennedy, Jr. vom 23.02.2016 in „politico.eu

Amerika blickt auf eine unappetitliche Tradition an gewalttätigen Interventionen in Syrien zurück. Dies ist dem amerikanischen Volk wenig bekannt, dafür umso mehr jedoch den Syrern. Diese Ereignisse bereiteten den fruchtbaren Boden für den gewaltsamen Islamischen Dschihad, der jetzt eine wirksame Antwort unserer Regierung auf die Herausforderung von ISIL erschwert. Solange sich die amerikanische Öffentlichkeit und Politiker dieser Vergangenheit nicht bewusst sind, verschärfen weitere Eingriffe nur die Krise. Außenminister John Kerry hat in dieser Woche einen „vorläufigen“ Waffenstillstand für Syrien angekündigt. Aber seit der Einfluss und das Ansehen der USA in Syrien auf eine Minimum gesunken sind – und der Waffenstillstand nicht die wichtigsten Kämpfer wie den Islamischen Staat und Al Nusra einschließt –, ist er bestenfalls auf einen brüchigen Waffenstillstand begrenzt. ...weiterlesen "Beitrag von Robert F. Kennedy, Jr über die Rolle der US-Regierung und der CIA in Syrien"

Sei mit dabei & Informiere dich!

Zum ersten Mai hat die Initiative "Welt ohne Waffen" auf dem Marktplatz in Weimar einen Infostand. Ihr könnt von 9-15 Uhr kommen, euch informieren und mit uns über die Themen Abrüstung und Entmilitarisierung austauschen. Die Aktion steht im Zusammenhang mit der zentralen Kundgebung des DGB in Thüringen (deutscher Gewerkschaftsbund).

Wir freuen uns auf Euch und wünschen allen einen friedvollen Start in den Mai.

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar, 25. April 2016

Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte vor der Presse, die Militärmission der Bundeswehr in Syrien sei die bisher gefährlichste in ihrer Geschichte. Doch für Frau von der Leyen sind merkwürdiger Weise die Piloten gefährdet, die in sicherer Höhe fliegen und keine gegnerische Flugabwehr zu befürchten haben, also eigentlich sehr sicher sind. Sie spricht nicht von den Gefährdungen von Frauen und Kindern, die zehntausendfach als bloße „Kollateralschäden“ in einem Krieg ihr Leben verlieren, der kein stehendes Heer und keine feste Kommandozentrale kennt. Sie spricht auch nicht von den Gefahren, denen wir in Deutschland durch den wachsenden Terror ausgesetzt sein werden, wenn wir uns in die völkerrechtswidrigen Kriege der letzten Jahre immer weiter verstricken. Es ist bekannt, dass durch die Militäroperationen in Afghanistan Irak und Libyen immer mehr junge Männer zu Terroristen wurden. Der Westen und die NATO haben jahrelang Waffen in den Nahen Osten gepumpt und Kämpfer bevorzugter Bürgerkriegsparteien ausgebildet. Es geht also nicht darum, endlich zu handeln, sondern endlich richtig zu handeln. ...weiterlesen "Nein! Zur Bundeswehr-Mission im Rahmen einer Neuauflage des „Krieges gegen den Terror“"