aus der Thüringer Landeszeitung vom 25.07.2017, ein Interview mit Prof. Dr. Olaf Weber von Gerlinde Sommer

Professor Weber aus Weimar will mit seiner Initiative erreichen, dass zum 1. Januar 2050 eine Welt ohne Waffen und Frieden für alle möglich wird

Olaf Weber, Jahrgang 1943 und gebürtiger Dresdner, setzt sich für Frieden ein. Der vormalige Professor für Ästhetik an der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigt sich seit seinem Ruhestand ab 2009 zunehmend mit pazifistischen Argumenten. 2013 gründete er in Weimar „Welt ohne Waffen“. Jetzt legt er mit dieser Initiative den „Weimarer Friedensappell 2017“ vor.

Wer genau steht hinter diesem Appell, Professor Weber?

Die Initiative „Welt ohne Waffen“ aus Weimar. Sie ist eine Partei-unabhängige Diskussions- und Aktionsgruppe zur Förderung des Friedensgedankens.

Warum sammeln Sie keine Unterschriften?

Wir haben darauf verzichtet, Unterstützerlisten zu sammeln, weil wir kein kurzfristiges politisches Ziel verfolgen. Der Friedensappell will aufklärend wirken, er ist deshalb vor allem ein Aufruf, den Frieden wieder denken zu lernen.

Wie wollen Sie Bürger, Politiker und vor allem Unternehmer, die am Krieg verdienen, für Ihren Appell gewinnen?

Deutschlandweit sprechen wir die Bürger und Politiker durch die Medien und durch soziale Netzwerke an. In Weimar verteilen wir unsere kleine illustrierte Broschüre mit dem Titel „Abrüstung jetzt“. Wir drucken sie schon in zweiter Auflage. Zwischen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung und den meisten Politikern herrscht eine Kluft. Viele Menschen erleben mit Unverständnis und Wut die Welle einer neuen Aufrüstung. An den Politikern wäre es, nun endlich von der Konfrontation auf Kooperation umzuschalten und Sicherheit nicht durch Aufrüstung, sondern durch weltweite und kontrollierte Abrüstung und friedliche Mittel der Konfliktbewältigung zu schaffen. Die Rüstungsindustrie werden wir mit unseren Argumenten sicher nicht erreichen.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Was kennzeichnet Frieden? 

Das Schweigen der Waffen in Kriegsgebieten, die Reduzierung der Waffenexporte und das Abschmelzen der Atomwaffen wäre schon der halbe Frieden. Der ganze Frieden ist noch eine Utopie, aber eine solche, die nach unserer Meinung in 30 bis 40 Jahren erreichbar wäre. Nur Diktatoren brauchen das Militär zur Machterhaltung nach innen – und nach außen brauchen es nationalistische Regierungen zur Absicherung von Rohstoffen und Märkten. Alle anderen würden auf Militär gut verzichten können. Auch für die Abwehr von Terroristen sind Panzer und Kriegsschiffe völlig ungeeignet.

Wollen Sie das Schlaraffenland?

Frieden ist ein lebendiger Zustand des solidarischen Miteinander, zu ihm gehören auch Widersprüche und Konflikte, in gewisser Weise sogar Gewalt – und deshalb auch eine Polizei, welche vermeintliche Kriminelle und Terroristen vor Gericht ziehen kann. Selbst wenn der Frieden kein Schlaraffenland wäre, können wir uns aber angesichts der Schrecklichkeit der heutigen Waffen und der riesigen Probleme, die zu bewältigen sind, keinen Krieg mehr leisten.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein?

Die ersten Kriege im noch jungen 21. Jahrhundert hatten bereits über 1 Million Tote und die Destabilisierung ganzer Regionen zur Folge. Die militärischen oder geheimdienstlichen Interventionen in Afghanistan, dem Irak, Libyen, Syrien, der Ukraine u.a. fanden keineswegs im Auftrag der jeweiligen Völker statt. Sie schadeten massiv deren Gemeinwohl, lähmten deren Selbstheilungskräfte und reduzierten Entwicklungsmöglichkeiten. Nun kommen die Kriege in Form von Terrorismus zu den Interventionsmächten zurück. Die gegenwärtige Entwicklung lässt erwarten, dass die nächsten Kriege in den Hinterzimmern der Macht schon vorbereitet werden. Es ist für die Friedensbewegung nicht ausreichend, den militärischen Katastrophen nachzulaufen und dabei immer nur das schlimmste Leid lindern zu können.

Was müsste getan werden?

Besser als Nothilfen wäre eine starke Krisenprävention. Wir richten deshalb den Blick auf eine weltweite Friedenspolitik, in deren Zentrum keine gewaltsamen Interventionen und auch kein militärischer Schutz, sondern zivile Sicherheitsstrukturen und eine Vertrauen stiftende, weltweite Abrüstung stehen. Wir fordern von allen Regierungen das Menschenrecht auf Frieden zu achten.

Es klingt utopisch, wenn Sie eine weltweite Demilitarisierung fordern...

Aber die Hinwendung zum Frieden ist sofort und überall machbar. Wir brauchen eine politische Kehrtwende von der weiteren Zuspitzung der Krisen zu ihrer Entspannung, von der Konfrontation zur Kooperation und von der weiteren Aufrüstung zur kontinuierlichen und vollständigen Abrüstung. Nur eine solche „pazifistische Revolution“ macht auch kleine Abrüstungsschritte glaubwürdig. Selbstverständlich wird es den allgemeinen Frieden nicht schon morgen geben. Aber die vollständige und globale Demilitarisierung sollte ähnlich dem deutschen Atomausstieg mit einem Zieldatum verbunden werden. Wir halten es für möglich, dass zur Jahrhundertmitte der weltweite Abrüstungsprozess abgeschlossen sein kann, so dass der 1. 1. 2050 als erster Tag einer militärfreien Welt gelten könnte.

Was genau verbirgt sich hinter der Demilitarisierung?

Die Abschaffung aller Waffen und anderen Vorhaltungen zum Kriege, die Auflösung der militärischen Verbände und Kriegsministerien ist nur die äußere Seite der Demilitarisierung. Der Frieden beginnt im Kopf, er beginnt als Befreiung von konstruierten Feindbildern. In unser Denken und Fühlen, in unsere Sprache und Kultur hat sich Gewalt in verschiedenen Formen eingenistet. Wir sollten sie zusammen mit den Rüstungen und Waffen ablegen. Eine Kultur des Friedens, eine neue Streitkultur und Friedenslogik sind nötig. Abrüstung ist eingebettet in den Umbau unserer Weltordnung zu einem universellen Humanismus. Zum friedlichen Leben gehört eine neue Art des globalen Wirtschaftens, Verteilens und Lebens, die von einer ökologischen und sozialen Verantwortung getragen wird.

Gehen Sie und Ihre Mitstreiten davon aus, dass der Mensch im Kern kein Krieger sein will?

Der Krieg ist kein Naturzustand. Die Menschen sind immer zum Kriege getrieben oder verführt worden, immer aber wurden sie betrogen. Unsere Visionen bilden nur eine Hoffnung zum Frieden, sie sind noch nicht der reale Weg. Wir wissen aber, dass Frieden auch ein innerer Zustand des Menschen ist, der durch das Bestreben nach Ausgleich und Würde zu friedlichem Verhalten befähigt. Empathie, Solidarität  und Vertrauen, Nächsten- und Feindesliebe sind nicht nur friedensstiftende Fähigkeiten des Menschen, sie sind auch lebenswichtig, sie tun einfach gut.

Wer den Friedensappell unterstützen will, kann eine Mail schreiben an: kontakt@weltohnewaffen.de

Lesen Sie den kompletten Aufruf der Initiative unter www.tlz.de/friedensappell

Im Anschluss an die Filmvorführung des von Wim Wenders produzierten Dokumentarfilms „NATIONAL BIRD“ laden Attac Weimar und die Initiative "Welt ohne Waffen" am Donnerstag, den 01.06.2017 zu einer Diskussion über den Drohnenkrieg ein.

"Am Beispiel der Tötungen durch US-Drohnen sieht man, wie diese Art Kriegsführung sich der demokratischen Aufsicht völlig entzieht, ganze Regionen destabilisiert und weltweit Hass schürt“, sagt US-Bürgerin und Attac-Mitglied Elsa Rassbach. " Drohnen gehören zu den gefährlichsten Waffensystemen, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurden, sie sind Bestandteile der hybriden Kriegsführung, die große völker- und verfassungsrechtliche, sicherheitspolitische, und ethische Fragen aufwirft. Eine Diskussion nach dem Film im kleinen Kinosaal des „Mon Ami“.

Ort: Kommunales Kino „mon ami“ Weimar, Goetheplatz 11

Zeit: Filmstart: 19.00 Uhr, Diskussion: ca. 20.30 Uhr

Michael Fricke, Attac Weimar

Prof. Dr. Olaf Weber, Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Die USA liefern in den nächsten Jahren für unglaubliche 300 Mrd. Dollar hochgefährliche Waffen an die Öl- Despotie der Saudis – also in ein extremes Spannungsgebiet. Und  natürlich auch mit einem generierten Feindbild: diesmal der Iran. Es ist unglaublich - nebenan verblutet das Land der Syrer. Aber Man sei selber das Gute und kämpfe gegen das Böse. Leben wir noch in einer von Vernunft beseelten Welt? Ist das schon die Herrschaft der bewaffneten Dummheit? Oder sind wir die Dummen, die von herrschenden Egomanen auch dafür gehalten werden?

 

Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Rede zur Eröffnung der Kampagne „Abrüstung Jetzt“ in der Ausstellung Bertha von Suttner am 08.05.2017 im Hauptbahnhof Weimar

Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erscheint. Albert Einstein

Und wir haben eine wirklich gute Idee, das ist die Idee von einer Welt ohne Krieg. Diese Idee ist nicht neu, sie ist wahrscheinlich so alt wie der Schrecken der Kriege selbst. Und es gibt große Vorbilder wie unsere wunderbare Ausstellung über Bertha von Suttner zeigt. Aber die Menschheit hat sich in  einer Art geistiger Trägheit (oder Fremdbestimmung) daran gewöhnt, dass es Kriege gibt und geben wird. Jeder Mann und jede Frau hofft aber darauf, dass sie woanders stattfinden.

Gerade in diesen Wochen und Monaten brauen sich die Wolken neuer Konflikte zusammen und hören wir von neuen gewaltigen Rüstungsprojekten. Und  jede einzelne militärische Intervention und jeder einzelne aufrüstungsschritt bringt nicht ein mehr, sondern ein weniger an Sicherheit und Frieden. Wir sind davon überzeugt, dass das Militär abgeschafft werden muss. Denn es wird Kriege geben, solange es Militär gibt.

Sorgen wir nicht nur für weltweite Abrüstung in den Kasernen und Arsenalen, sondern auch für die Abrüstung in unseren Köpfen, denn dort hat sich Militärisches in vielen Formen eingenistet. Wir haben wenig Kompetenz zum Handeln, aber wir haben die Kompetenz, Abrüstung und Frieden zu denken.  So können wir uns wenigstens geistig befreien – als Vorausleistung für wirkliche Abrüstung und Frieden.

Auf nur wenigen Seiten geben wir in unserem Friedensappell diese Denkanstöße. In der Vergangenheit sind kleine Abrüstungsschritte immer wieder durch neue Rüstungen vernichtet worden. Wir setzen deshalb aufs Ganze. Wir wollen die vollständige weltweite kontrollierte und kreative Abrüstung. Wir setzen ein Datum: Bis zur Jahrhundertmitte kann die Welt militärfrei sein. Der 1. Januar 2050 wäre dann der erste Tag eines globalen Friedens.

Wir bieten einen Aktionsplan, der die ungeheure Komplexität des Demilitarisierungsprozesses ahnen lässt. Unter 7 Kapiteln sind über 30 Stichpunkte aufgelistet. Die vielfältigen Probleme sollten uns aber nicht erschrecken, sondern ermutigen, an irgend einer Stelle anzufangen. Wahrscheinlich können selbst die kleinsten Teile dieses Planes nur unter enormen Aufwand durchgesetzt werden. Denken wir nur an ein solches Vorhaben wie, „Frieden als Schulfach“ in deutschen Schulen einzuführen.

Verehrte Damen und Herren, liebe Anwesende, nehmen Sie unsere kleine Anleitung zum Frieden mit. Helfen Sie dabei, das Militär loszuwerden. Schließen Sie sich uns an, Unterschreiben Sie den Weimarer Friedensappell.

Beginnen wir endlich mit Abrüstung und zwar: Jetzt!

Olaf Weber

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Osterkarte der Gruppe „Kooperative Kunstpraxis“ (2003).

„Ich traue keinem mit einer Waffe in der Hand, egal wer“, sagte 2016 ein syrischer Flüchtling. Wir fordern endlich Verhandlungen ohne Vorbedingungen für Syriens Zukunft und Abrüstung für die Welt!

Friedliche Ostern.

Olaf Weber , Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Kriegsspielzeug. Räuber und Gendarm – Waffen im Kinderzimmer

Vortrag und Diskussion mit Walter Oppel

Donnerstag, 08. Dezember 2016, 19 Uhr Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami, Weimar, Goetheplatz

Eine Veranstaltung der Weimarer Initiative "Welt ohne Waffen"

Immer mehr der großen Spielzeugproduzenten wie Mattel, Hasbro und LEGO setzen auf militärische Themen, jede dritte LEGO Figur hat mittlerweile eine Waffe in der Hand. Mit coolen Maschinengewehren und bunt leuchtenden Schwertern werden bewaffnete Konflikte als großes Abenteuer und wichtige Charakterprüfung dargestellt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich daraus im zusammenhang mit entsprecchenden Filmen, TV-Serien und Videospielen die Bereitschaft entwickelt, Waffengewalt als erstes Mittel zur Konfliktlösung zu etablieren. Oder werden etwa vorhandene Aggressionen durch kriegsspiele abgebaut?

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Am Beispiel des weltweit größten Spielzeugherstellers LEGO zeigt der Vortrag, unter welchen Einflüssen die Entwicklung zu immer brutaleren Spielzeugen ihren Anfang genommen hat. Die globale Ausrichtung des Konzerns und die geschlechterspezifische Produktentwicklung, bzw. Gender-Marketing, sind nur zwei Treiber dieser in der gesamten Branche zu beobachtenden Tendenz. Am Beispiel LEGO wird auch deutlich, dass nicht allein der Konzern die Verantwortung für diese Entwicklung trägt, sondern auch seine Kunden.

Ein Vortrag, der zur vorweihnachtlichem Nachdenklichkeit passt.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Weitere Informationen zu Frieden und Abrüstung unter: www.weltohnewaffen.de

kontakt@weltohnewaffen.de

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Der Eintritt ist frei!

Von den Militärstrategien zur Friedenslogik

Friedenspodium mit Daniela Dahn und Roland Vogt

Donnerstag, 1. September 2016, 19 Uhr

Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“, Weimar, Goetheplatz 11

Der moderne, industrielle und automatisierte Krieg befindet sich in seiner Zerstörungskraft und Unberechenbarkeit längst außerhalb der Zivilisation. Wir können uns ökonomisch, ökologisch und sozial kein Militär mehr leisten.

Wie kommen wir aber vom militärischen Denken und Handeln zu einer Friedenslogik, welche die Kooperation über die Konfrontation stellt und die Aufrüstung zur Abrüstung umkehrt?

Flyer downloaden im PDF-Format: 4. Friedenspodium Weimar 2016

4. Friedenspodium Weimar 2016 Titel

4. Friedenspodium Weimar 2016 Info

Es diskutieren mit dem Publikum:

Daniela Dahn lebt als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin in Berlin. Sie war 1989 Mitbegründerin der oppositionsgruppe „Demokratischer Aufbruch“. Heute ist sie u.a. Mitglied der internationalen Untersuchungskommission „Grundrecht und Globalisierung“. Sie war Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Freitag“ und erhielt u.a. den „Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik“ 1999. Ihre zahlreichen Essay-Bände wie „Vertreibung ins Paradies. Unzeitgemäße Texte zur Zeit“ (1998), „Wehe dem Sieger. Ohne Osten kein Westen“ (2009), oder “Wir sind der Staat“ (2013) enthalten jede Menge geistigen Sprengstoff, um die Zusammenhänge von Hegemonie und Krieg versus Demokratie und Frieden zu diskutieren.

Roland Vogt hat Jura und Politische Wissenschaften studiert. Seit 1975 in der Ökologie- und Friedensbewegung aktiv hat er die Partei DIE GRÜNEN und den Bund für Soziale (= nichtmilitärische) Verteidigung mitgegründet. Als Abgeordneter in der ersten Bundestagsfraktion der GRÜNEN setzte er sich u.a. für Abrüstung und Konversion ein. 1991 – 2006 war er in der Landesregierung Brandenburg für Konversion zuständig. Zur Zeit ist er Mitstreiter der Initiative „Stopp Ramstein Kaiserslautern“ und bringt dort Ideen für die zivile Umwandlung der übermilitarisierten Region Westpfalz ein. Er ist Mitinitiator des 2015 gegründeten „Petra-Kelly-Kreises“ für Frieden und Menschenrechte.

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen unter:

www.weltohnewaffen.de

kontakt@weltohnewaffen.de

www.facebook.com/weltohnewaffen.weimar

Veranstalter: Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen und DAKT e.V. (Die andere Kommunalpolitik Thüringen)

Anschließend (21 Uhr) besteht die Möglichkeit, den Film „A Man Can Make a Difference“ (Deutschland) im Kommunalen Kino mon ami anzusehen. „Das war kaltblütiger Massenmord und ich kann das beweisen.“ Mit diesen Worten wurde Benjamin Ferencz im Alter von 27 Jahren zum Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess gegen die Mordbanden der SS. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, lautet seine Vision für ein friedlicheres Zusammenleben.

 

Das Friedenspodium Weimar am 01.09.2016

am Antikriegstag, dem 1. September, fand das 4. Friedenspodium der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar im Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“ statt. Es waren zwei prominente Gäste eingeladen, die über das Thema „Von den Militärstrategien zur Friedenslogik“ diskutierten. Es waren dies die Schriftstellerin, Publizistin und Trägerin des „Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik „Daniela Dahn und Roland Vogt, der einst mit Petra Kelly und vielen anderen die Friedensbewegung der 70er Jahre in der Bundesrepublik initiierte.

Nach den Statements der Gäste wurde über die Frage diskutiert, welche Möglichkeiten es angesichts von zunehmenden Kriegen und Vertreibungen heute gibt, den Frieden mit zivilen Mitteln zu verteidigen. Die Diskussion im voll besetzten Saal war sehr lebendig, aber nicht kontrovers. Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Sicherheits- und Militärpolitik der Großmächte nicht durch kleine Kurskorrekturen, sondern durch eine Kehrtwende verändert werden muss: Von einer Politik der Konfrontation zur Kooperation und von der weiteren Aufrüstung endlich zur Abrüstung.

Blick auf das Podium, von links nach rechts. Olaf Weber, Daniela Dahn und Roland Vogt. Foto von Maik Schuck.

 

Es waren etwa 70 Interessierte gekommen, mindestens 10 beteiligten sich aktiv an der Diskussion. Die Resonanz an unserem Thema war sehr groß, in der Tagespresse wurde mit Bild darüber berichtet und der Lokalsender „Radio Lotte“ berichtete in 3 unterschiedlichen Sendungen.

Prof. Dr. Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

 

Statement von Roland Vogt

Statement von Daniela Dahn

 

 

Wer Zeit hat, sollte am Donnerstag gegen 7.45 Uhr zum Hofeingang des Goethe-Gymnasiums Weimar in die Humboldtstraße kommen.
Am Donnerstag, den 23. Juni wirbt die Bundeswehr einmal mehr für die berufliche Laufbahn in der Bundeswehr. Damit werden die Schüler des Goethe-Gymnasiums einseitig über militärische Mittel der Konfliktbewältigung informiert. Wir kritisieren an dieser Werbekampagne, dass im Gegensatz dazu die Friedenserziehung zu kurz kommt bzw. die vielversprechenden Tätigkeiten der Gewaltprävention  und Konfliktbearbeitung durch Peacemaker überhaupt nicht ins Gespräch kommen.
Der Glaube an die Wirksamkeit von Gewalt muss abgelöst werden von der Überzeugung - und der Erfahrung - , dass gewaltfrei erreichte Vereinbarungen möglich und dauerhafter sind. Es geht darum, in der großen Politik wie in der kleinsten Schule eine neue Friedenskultur zu schaffen.
Die Frage, wie man in der Schule eine gute Atmosphäre erzeugt, in der niemand ausgegrenzt, ausgelacht oder beleidigt wird, findet auch eine Antwort  im Verhältnis der Schule zur Bundeswehr, die zunehmend ihren Sinn aus der Bereitstellung von Feindbildern und Kriegsspielen bezieht.
Wir fordern die Schuldirektoren der Stadt Weimar auf, die Werbungen für die Bundeswehr nicht mehr zuzulassen und stattdessen eine wirksame Friedenspädagogik in den Schulen aufzubauen.
Olaf Weber
Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar