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„FRIEDEN GEHT! Staffellauf 2018 gegen Rüstungsexporte“ führt vom 21. Mai bis zum 2. Juni in 13 Tagen quer durch Deutschland, von Oberndorf am Necker bis nach Berlin. Wir setzen ein Zeichen für eine WELT OHNE WAFFEN und fordern von den verantwortlichen Politikern ein Ende deutscher Rüstungsexporte! Die Strecke führt entlang zahlreicher Rüstungsfirmen. Mehr als 1000 Menschen haben sich zu den Marathon-, Halbmarathon-, Lauf-, Geh- und Radfahretappen bereits angemeldet. Noch viel mehr werden spontan daran teilnehmen.

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Deutschland ist weltweit der viertgrößte Rüstungsexporteur. Deutsche Waffen werden an kriegführende und menschrechtverletzende Staaten exportiert. Mit ihnen werden Millionen Menschen in die Flucht getrieben oder getötet. „FRIEDEN GEHT!“ fordert: Kriegswaffen und Rüstungsgüter dürfen nicht exportiert werden.

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Am 29. Mai führt der Staffellauf mitten durch Thüringen von Eisenach nach Jena und macht auch in Weimar Station. Wir von der Initiative „WELT OHNE WAFFEN“ haben zwei Etappen nach und von Weimar mitorganisiert. Auf dem Weimarer Marktplatz wird von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr ein kleines Friedensfest stattfinden, bei dem der Oberbürgermeister Peter Kleine, der Intendant des Nationaltheaters Hasko Weber, Harry Stein von der Gedenkstätte Buchenwald, Superintendent Henrich Herbst sowie Wencke Mohr von unserer Initiative reden werden. Die Redebeiträge werden musikalisch gerahmt.

Tag 9 Etappen

 

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Etappe 1: Von Niederzimmern Parkplatz Auf dem Roten Stein zum Weimarer Markt (11,7 km), Start ca. 14:20 Uhr, Gehen; Strecke im Detail: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=qxoimpxslxiyynnq

Friedensfest auf dem Marktplatz Weimar von 16:30 Uhr bis 18 Uhr

Etappe 2: Vom Weimarer Markt nach Lehnstedt Magdalenenkirche (10,8 km), Start ca. 17:20 Uhr, Joggen; Strecke im Detail: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=fplxbequpbbedowj

Einzeletappenübersicht und Anmeldung: https://www.frieden-geht.de/29-05-2018-eisenach-jena-108-km/
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Hier das Grußwort von Konstantin Wecker: Grußwort-Konstantin-Wecker

Herzliche Einladung an alle! Sei auch DU dabei! Geh, lauf oder jogge mit! Bringt auch Eure Freunde und Bekannten mit!

 

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Und am 2. Juni findet die Abschlussdemonstration in Berlin statt. Auch dazu eine herzliche Einladung! Flyer dazu: Abschlussdemo, Flyer

Weitere Informationen:

Flyer von "FRIEDEN GEHT!": Frieden geht, Staffellauf - Flyer

Rüstungsproduzenten an der Strecke: Rüstungsproduzenten an der Strecke

www.frieden-geht.de

https://www.facebook.com/weltohnewaffen.weimar/

 

Wie skrupellose Waffenhändler, Politiker, Rüstungsmanager und Banker Geld mit Kriegen verdienen –
und wie wir mit dem GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE dem weltweiten Waffenhandel erfolgreich entgegentreten

VORTRAG UND DISKUSSION MIT JÜRGEN GRÄSSLIN

Jürgen Grässlin

FREITAG, 27. APRIL   -   19:30 UHR   -   MON AMI WEIMAR

Zurzeit toben weltweit mehr als 30 Kriege und bewaffnete Auseinander-setzungen. Von Kriegen und Bürger-kriegen profitierten allen voran die Rüstungsproduzenten und -exporteure in den USA, Russland, China, Frankreich und Deutschland. Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI dokumentiert, dass das weltweite Rüstungsexportvolumen von 2002 bis heute um mehr als 50 Prozent gesteigert wurde. Unterstützt wird diese Entwicklung von Regierungen, die von Frieden reden und zugleich Kriege ermöglichen.

Gemordet wird mit den Kriegswaffen des Nordens allen voran in Ländern des Südens: in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Lateinamerika. Millionen von Menschen wurden bereits getötet, verstümmelt und traumatisiert, ganze Landstriche verwüstet. Die Natur und Infrastruktur ganzer Staaten wurde und wird zerstört. Unzählige Menschen werden in die Flucht getrieben.

Jürgen Grässlin bringt Licht ins Dunkel des weltweiten Waffenhandels und er beantwortet die zentralen Fragen: Wie werden Kriege durch Waffenhandel eingeheizt und verlängert? Wer profitiert vom Geschäft mit dem Tod? Was muss sich ändern, damit Waffenexporte in Krisen- und Kriegsgebiete gestoppt werden? Wie kann das neue weltweite Netzwerk GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE einen weltweiten Stopp des Waffenhandels befördern?

Jürgen Grässlin ist Sprecher der Kampagne »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der Kritischen AktionärInnen Daimler
(KAD) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Er ist Autor zahlreicher kritischer Sachbücher über Rüstungsexporte sowie Militär- und Wirtschaftspolitik, darunter internationale Bestseller. Zuletzt verfasste er das »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient« und das »Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden«.

Grässlin wurde mit bislang zehn Preisen für Frieden, Zivilcourage, Medienarbeit und Menschenrechte ausgezeichnet, u.a. mit dem »Aachener Friedenspreis«. Zuletzt wurde er mit dem »GRIMME-Medienpreis« und dem »Marler Medienpreis Menschenrechte« von Amnesty International geehrt.

Eine Veranstaltung der Initiative WELT OHNE WAFFEN Weimar und der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.

Flyer Jürgen Grässlin

 

Abrüsten statt aufrüsten!

Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewaltherrschaft

In einer Zeit voller kriegerischer Gewaltakte und neuer Drohkulissen, die die Menschheit wieder an den Rand der nuklearen Katastrophe führen können, braucht es eine starke, sichtbare Friedensbewegung. Wir rufen deshalb partei- und konfessionsübergreifend zum Ostermarsch 2018 auf und werden für ein Ende der Kriege in Syrien, Afghanistan und anderen Ländern auf die Straße gehen.

Wir fordern den Beitritt Deutschlands und der anderen NATO-Staaten zum UN-Vertrag vom Juli 2017 zur Abschaffung aller Atomwaffen sowie das Verbot von Killerdrohnen!

Die von der NATO geforderte Erhöhung der Rüstungsausgaben verschärft die internationalen Spannungen und behindert nötige Investitionen in Bildung, Gesundheit und Kommunen. Dies geschieht, obwohl die Bundesrepublik aktuell durch kein Land bedroht ist.

Wir fordern Steuergelder für Schulen, Krankenhäuser und die Beseitigung von Kriegsschäden in den betroffenen Ländern statt für Gewehre, Panzer und immer neue Waffensysteme auszugeben!

Wer Profite aus Rüstungsexporten und Waffendeals mit Diktaturen zieht, versündigt sich am Frieden. Die Umgehung der Rüstungskontrolle durch die Auslieferung ganzer Produktionsanlagen für todbringende Waffen zeigt erneut die Fehler in der Außen- und Sicherheitspolitik unseres Landes.

Wir fordern einen Stopp der Rüstungsforschung an unseren Hochschulen, die Beschreitung von Wegen zur Konversion (zivilen Umrüstung von Produktion) und die Durchsetzung der Exportverbote in Krisengebiete und Länder mit einer aggressiven Innen- und Außenpolitik!

Die Missachtung des Völkerrechts und die Entsendung von Truppen in alle Ecken der Welt lösen keine Konflikte, sondern verschärfen sie und schaffen neue Anlässe für Gewalt. Nur zivile Konfliktlösungen und rechtstaatliche Prinzipien führen zur Überwindung und Aufarbeitung von Völkermord und Kriegsverbrechen.

Wir fordern eine Kehrtwende in der Außenpolitik hin zu einer europäischen Friedenspolitik ohne Militäreinsätze und die Rückkehr zum reinen Verteidigungsauftrag der Bundeswehr!

Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung sind immer dann an der Tagesordnung, wenn sich Menschen durch Propaganda und Ideologien aufhetzen lassen und Menschenrechte systematisch missachtet werden. Niemand begibt sich freiwillig auf die Flucht.

Wir fordern, die Fluchtursachen zu bekämpfen und humanitäre Hilfe für alle Menschen in Not sicher zu stellen!

Nur wenn wir schweigen, kann die Kriegstreiberei die Oberhand behalten. Deswegen: Teilnahme am Ostermarsch 2018 in Thüringen!

  • Erfurt – 29. März, 15 Uhr – Am Anger
  • Ohrdruf – 31. März, 11 Uhr – Kirche
  • Gera – 31. März, 10 Uhr – Bachgasse
  • Jena – 31. März, 14 Uhr – Holzmarkt

Koordinierungskreis / Thüringer Ostermarsch-Bündnis
c/o Eugen-Richter-Straße 44, 99085 Erfurt
Kontakt: ostermarsch-thueringen@gmx.de
www.ostermarsch-thueringen.jimdo.com www.facebook.com/ostermarschthuer

Ramstein Foto 1, Demo, Menschenkette

Informationsveranstaltung mit Vortrag, Aufruf und Gespräch zur Kampagne STOPP AIR BASE RAMSTEIN vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 in Ramstein mit Reiner Braun

Zeit und Ort: Freitag, 23. März 2018, 19 Uhr, Mon Ami Weimar, Goetheplatz

Herzliche Einladung an alle Freundinnen und Freunde des Friedens!

Der US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ist von zentraler Bedeutung für die Durchführung völkerrechts- und grundgesetzwidriger Angriffskriege und Drohnenmorde. Drohnen-Tötungen mutmaßlicher gegnerischer Kämpfer ohne Gerichtsverfahren sind extralegal und erfolgen lediglich auf Verdacht hin. Die übergroße Mehrzahl der Opfer sind unschuldige Zivilisten. Der Drohnenkrieg erfolgt unter Nutzung deutscher Infrastruktur und mit Beihilfe der deutschen Bundesregierung, die die extralegalen Tötungen stillschweigend duldet. Das illegale Töten muss beendet werden!

Foto US-Drohne

Die Kampagne STOPP AIR BASE RAMSTEIN engagiert sich seit Sommer 2015 für ein Ende des Drohnen-Mordens. Ihre wichtigste Forderung ist die Schließung der Satelliten- Relaisstation auf der Air Base, um den Drohnenkrieg von deutschem Boden zu stoppen. Langfristiges Ziel ist die gänzliche Schließung des Militärstützpunktes als einem Zentrum desMilitarismus. Vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 finden dort erneut Proteste, ein Friedenscamp, eine Friedensakademie und eine große Demonstration statt. Wir alle sind als Teil der Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, von der Bundesregierung die Beendigung des US- Drohnenkrieges von Deutschland aus zu fordern.

Der langjährige Friedensaktivist Reiner Braun, ehemaliger Geschäftsführer der International Association of Lawyers against Nuclear Arms, Co-Präsident des International Peace Bureau in Genf und Mitglied des Koordinierungskreises von STOPP AIR BASE RAMSTEIN, wird über die Bedeutung der Air Base Ramstein sprechen, die Kampagne vorstellen und zur Teilnahme einladen.

Eine Veranstaltung der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar zusammen mit attac Weimar sowie "Der große Frieden" und "Ourchild Gemeinnütziger e.V. Internationales Kinderhilfswerk" Bad Sulza

Download des Flyers: Flyer Stoppt den Drohnenkrieg von deutschem Boden!

Stellungnahme der Initiative „Welt ohne Waffen“ zum Jahrestag der Bombardierung Weimars am 9. Februar 1945

An jedem Jahrestag der Bombardierung Weimars am 9. Februar 1945 kommt die Erinnerung an den Krieg zurück. Es ist gut, dass nichts vergessen wird.

Es ist auch nicht verwunderlich, dass es unterschiedliche Bewertungen dieses Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisses gibt. Doch über die Gräuel des 2. Weltkrieges und der Ungeheuerlichkeit des Holocausts, für die Deutschland jeweils die Hauptschuld trägt, kann es keinen Zweifel geben. Die 60 Millionen Kriegstoten und 6 Millionen Holocaust-Opfer bleiben ein Erbe des militaristischen Deutschlands. Es ist deshalb nicht akzeptabel, dass heute eine rechte Propaganda diese Schuld leugnet.

Wir wenden uns aber auch gegen Verharmlosungen des Krieges überhaupt. Auch gegen die Verharmlosung der Flächenbombardements der Alliierten, die schon damals unmoralisch waren und heute den Charakter von Kriegsverbrechen hätten. Die Zerstörung deutscher Städte war im Frühjahr 1945 militärisch sinnlos und moralisch verwerflich. Wir sollten nicht aus einer falsch verstandenen Bündnistreue zu den heutigen Nato-Partnern die alliierten Flächenbombardements vom Frühjahr 1945 unkritisch beurteilen.

Unsere Kritik richtet sich gegen alle Formen der Beschwichtigung von militärischer Gewalt. Die Neonazis wollen die Schuld der Deutschen kleinreden, das ist schon deshalb unredlich, weil es das größte Kriegsverbrechen ist, einen Krieg zu beginnen. Und die Wehrmacht hat diesem Verbrechen noch viele weitere hinzugefügt. Aber in der militärischen Logik und nach dem Charakter des Krieges werden von allen Seiten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Unser Zorn richtet sich deshalb gegen den Krieg überhaupt. Krieg ist unethisch und schafft millionenfaches Leid, löst aber kein einziges der drängenden Probleme.

Unsere antimilitaristische Position verbietet uns, ein einziges der Kriegsopfer zu vergessen. Wir stellen das Unmenschliche des Krieges und damit das außergerichtliche Töten grundsätzlich an den Pranger. Indem wir uns gegen das von Gewehrläufen, Kampfjets oder Drohnen ausgehende massenhafte Töten auf Befehl wenden, folgen wir nach unserem Verständnis genau dem Ruf der Nachkriegsgeneration: „Nie wieder Krieg!“.

Wir wollen die Erinnerung an den 2. Weltkrieg auch hinwenden zu einer Empörung über die Grausamkeit heutiger Kriege. Wir kritisieren die völkerrechtswidrigen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und müssen auf die Mitschuld unseres westlichen Militär-Bündnisses für viele Bürgerkriege hinweisen; welche die entscheidenden Ursachen für Terrorismus und die dramatischen Fluchtbewegungen der Gegenwart bilden. Insbesondere kritisieren wir die derzeitige völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in die Kurdengebiete Syriens. Das ist ein schreckliches Kriegsverbrechen, für das Deutschland eine Mitschuld trägt.

Unser Gedenken zum 9. Februar richtet sich deshalb gleichsam auf die Gräuel von damals und heute.

Protestaktion vor dem Fliegerhorst Jagel 2017
Protestaktion vor dem Fliegerhorst Jagel 2017

Aufruf, Vortrag und Diskussion mit Ralf und Siglinde Cüppers, Flensburg

Der Tornado- und Drohnenstandort Jagel in Schleswig-Holstein ist der Ort, von wo die Cyberkrieger mit ferngesteuerten Drohnen und ECR-Tornados Krieg in aller Welt führen. Für 2018 ist dort ein „Offenes Kriegsatelier“ als Protest gegen die Kriegsführung der Bundeswehr und der NATO geplant. In diesem Jahre fanden dort bereits zwei Anti-Kriegskonzerte der Aktion Lebenslaute statt.

Die beiden Friedensaktivisten Ralf und Siglinde Cüppers werden am 30. Oktober in der ACC-Galerie Weimar das ULUS-Offene Kriegsatelier auf den Donaubrücken vorstellen, eine gewaltfreie Aktion im Jugoslawien-Krieg, mit der serbische Künstler die Zerstörung dieser Brücken durch Jageler Bundeswehr-Tornados und amerikanische Bomber effektiv verhindert haben. Danach werden sie eine erste Planung für das Offene Kriegsatelier in Jagel vorstellen. Kunst- und Friedensinteressierte sind herzlich willkommen.

Ort: ACC-Galerie Weimar, Burgplatz
Zeit: Montag, 30. Oktober 2017, 17-19 Uhr

Eine Veranstaltung des ACC mit der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Download des Flyers Offenes Kriegsatelier in Jagel

aus der Thüringer Landeszeitung vom 25.07.2017, ein Interview mit Prof. Dr. Olaf Weber von Gerlinde Sommer

Professor Weber aus Weimar will mit seiner Initiative erreichen, dass zum 1. Januar 2050 eine Welt ohne Waffen und Frieden für alle möglich wird

Olaf Weber, Jahrgang 1943 und gebürtiger Dresdner, setzt sich für Frieden ein. Der vormalige Professor für Ästhetik an der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigt sich seit seinem Ruhestand ab 2009 zunehmend mit pazifistischen Argumenten. 2013 gründete er in Weimar „Welt ohne Waffen“. Jetzt legt er mit dieser Initiative den „Weimarer Friedensappell 2017“ vor.

Wer genau steht hinter diesem Appell, Professor Weber?

Die Initiative „Welt ohne Waffen“ aus Weimar. Sie ist eine Partei-unabhängige Diskussions- und Aktionsgruppe zur Förderung des Friedensgedankens.

Warum sammeln Sie keine Unterschriften?

Wir haben darauf verzichtet, Unterstützerlisten zu sammeln, weil wir kein kurzfristiges politisches Ziel verfolgen. Der Friedensappell will aufklärend wirken, er ist deshalb vor allem ein Aufruf, den Frieden wieder denken zu lernen.

Wie wollen Sie Bürger, Politiker und vor allem Unternehmer, die am Krieg verdienen, für Ihren Appell gewinnen?

Deutschlandweit sprechen wir die Bürger und Politiker durch die Medien und durch soziale Netzwerke an. In Weimar verteilen wir unsere kleine illustrierte Broschüre mit dem Titel „Abrüstung jetzt“. Wir drucken sie schon in zweiter Auflage. Zwischen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung und den meisten Politikern herrscht eine Kluft. Viele Menschen erleben mit Unverständnis und Wut die Welle einer neuen Aufrüstung. An den Politikern wäre es, nun endlich von der Konfrontation auf Kooperation umzuschalten und Sicherheit nicht durch Aufrüstung, sondern durch weltweite und kontrollierte Abrüstung und friedliche Mittel der Konfliktbewältigung zu schaffen. Die Rüstungsindustrie werden wir mit unseren Argumenten sicher nicht erreichen.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Was kennzeichnet Frieden? 

Das Schweigen der Waffen in Kriegsgebieten, die Reduzierung der Waffenexporte und das Abschmelzen der Atomwaffen wäre schon der halbe Frieden. Der ganze Frieden ist noch eine Utopie, aber eine solche, die nach unserer Meinung in 30 bis 40 Jahren erreichbar wäre. Nur Diktatoren brauchen das Militär zur Machterhaltung nach innen – und nach außen brauchen es nationalistische Regierungen zur Absicherung von Rohstoffen und Märkten. Alle anderen würden auf Militär gut verzichten können. Auch für die Abwehr von Terroristen sind Panzer und Kriegsschiffe völlig ungeeignet.

Wollen Sie das Schlaraffenland?

Frieden ist ein lebendiger Zustand des solidarischen Miteinander, zu ihm gehören auch Widersprüche und Konflikte, in gewisser Weise sogar Gewalt – und deshalb auch eine Polizei, welche vermeintliche Kriminelle und Terroristen vor Gericht ziehen kann. Selbst wenn der Frieden kein Schlaraffenland wäre, können wir uns aber angesichts der Schrecklichkeit der heutigen Waffen und der riesigen Probleme, die zu bewältigen sind, keinen Krieg mehr leisten.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein?

Die ersten Kriege im noch jungen 21. Jahrhundert hatten bereits über 1 Million Tote und die Destabilisierung ganzer Regionen zur Folge. Die militärischen oder geheimdienstlichen Interventionen in Afghanistan, dem Irak, Libyen, Syrien, der Ukraine u.a. fanden keineswegs im Auftrag der jeweiligen Völker statt. Sie schadeten massiv deren Gemeinwohl, lähmten deren Selbstheilungskräfte und reduzierten Entwicklungsmöglichkeiten. Nun kommen die Kriege in Form von Terrorismus zu den Interventionsmächten zurück. Die gegenwärtige Entwicklung lässt erwarten, dass die nächsten Kriege in den Hinterzimmern der Macht schon vorbereitet werden. Es ist für die Friedensbewegung nicht ausreichend, den militärischen Katastrophen nachzulaufen und dabei immer nur das schlimmste Leid lindern zu können.

Was müsste getan werden?

Besser als Nothilfen wäre eine starke Krisenprävention. Wir richten deshalb den Blick auf eine weltweite Friedenspolitik, in deren Zentrum keine gewaltsamen Interventionen und auch kein militärischer Schutz, sondern zivile Sicherheitsstrukturen und eine Vertrauen stiftende, weltweite Abrüstung stehen. Wir fordern von allen Regierungen das Menschenrecht auf Frieden zu achten.

Es klingt utopisch, wenn Sie eine weltweite Demilitarisierung fordern...

Aber die Hinwendung zum Frieden ist sofort und überall machbar. Wir brauchen eine politische Kehrtwende von der weiteren Zuspitzung der Krisen zu ihrer Entspannung, von der Konfrontation zur Kooperation und von der weiteren Aufrüstung zur kontinuierlichen und vollständigen Abrüstung. Nur eine solche „pazifistische Revolution“ macht auch kleine Abrüstungsschritte glaubwürdig. Selbstverständlich wird es den allgemeinen Frieden nicht schon morgen geben. Aber die vollständige und globale Demilitarisierung sollte ähnlich dem deutschen Atomausstieg mit einem Zieldatum verbunden werden. Wir halten es für möglich, dass zur Jahrhundertmitte der weltweite Abrüstungsprozess abgeschlossen sein kann, so dass der 1. 1. 2050 als erster Tag einer militärfreien Welt gelten könnte.

Was genau verbirgt sich hinter der Demilitarisierung?

Die Abschaffung aller Waffen und anderen Vorhaltungen zum Kriege, die Auflösung der militärischen Verbände und Kriegsministerien ist nur die äußere Seite der Demilitarisierung. Der Frieden beginnt im Kopf, er beginnt als Befreiung von konstruierten Feindbildern. In unser Denken und Fühlen, in unsere Sprache und Kultur hat sich Gewalt in verschiedenen Formen eingenistet. Wir sollten sie zusammen mit den Rüstungen und Waffen ablegen. Eine Kultur des Friedens, eine neue Streitkultur und Friedenslogik sind nötig. Abrüstung ist eingebettet in den Umbau unserer Weltordnung zu einem universellen Humanismus. Zum friedlichen Leben gehört eine neue Art des globalen Wirtschaftens, Verteilens und Lebens, die von einer ökologischen und sozialen Verantwortung getragen wird.

Gehen Sie und Ihre Mitstreiten davon aus, dass der Mensch im Kern kein Krieger sein will?

Der Krieg ist kein Naturzustand. Die Menschen sind immer zum Kriege getrieben oder verführt worden, immer aber wurden sie betrogen. Unsere Visionen bilden nur eine Hoffnung zum Frieden, sie sind noch nicht der reale Weg. Wir wissen aber, dass Frieden auch ein innerer Zustand des Menschen ist, der durch das Bestreben nach Ausgleich und Würde zu friedlichem Verhalten befähigt. Empathie, Solidarität  und Vertrauen, Nächsten- und Feindesliebe sind nicht nur friedensstiftende Fähigkeiten des Menschen, sie sind auch lebenswichtig, sie tun einfach gut.

Wer den Friedensappell unterstützen will, kann eine Mail schreiben an: kontakt@weltohnewaffen.de

Lesen Sie den kompletten Aufruf der Initiative unter www.tlz.de/friedensappell

Im Anschluss an die Filmvorführung des von Wim Wenders produzierten Dokumentarfilms „NATIONAL BIRD“ laden Attac Weimar und die Initiative "Welt ohne Waffen" am Donnerstag, den 01.06.2017 zu einer Diskussion über den Drohnenkrieg ein.

"Am Beispiel der Tötungen durch US-Drohnen sieht man, wie diese Art Kriegsführung sich der demokratischen Aufsicht völlig entzieht, ganze Regionen destabilisiert und weltweit Hass schürt“, sagt US-Bürgerin und Attac-Mitglied Elsa Rassbach. " Drohnen gehören zu den gefährlichsten Waffensystemen, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurden, sie sind Bestandteile der hybriden Kriegsführung, die große völker- und verfassungsrechtliche, sicherheitspolitische, und ethische Fragen aufwirft. Eine Diskussion nach dem Film im kleinen Kinosaal des „Mon Ami“.

Ort: Kommunales Kino „mon ami“ Weimar, Goetheplatz 11

Zeit: Filmstart: 19.00 Uhr, Diskussion: ca. 20.30 Uhr

Michael Fricke, Attac Weimar

Prof. Dr. Olaf Weber, Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

Die USA liefern in den nächsten Jahren für unglaubliche 300 Mrd. Dollar hochgefährliche Waffen an die Öl- Despotie der Saudis – also in ein extremes Spannungsgebiet. Und  natürlich auch mit einem generierten Feindbild: diesmal der Iran. Es ist unglaublich - nebenan verblutet das Land der Syrer. Aber Man sei selber das Gute und kämpfe gegen das Böse. Leben wir noch in einer von Vernunft beseelten Welt? Ist das schon die Herrschaft der bewaffneten Dummheit? Oder sind wir die Dummen, die von herrschenden Egomanen auch dafür gehalten werden?

 

Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar