Die Welt ohne OW

Olaf Weber ruft 2020 die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki
durch die USA im August 1945 ins Gedächtnis

„Ein Sternhauf voll Dynamit

Niemals kommt Weltuntergang

Die Schatten führen hinters Licht...“

Olaf Weber ist dahin gegangen. Am 23. Oktober 2021 gestorben.                       Friedlich.Vor dem Krieg

Er war Ästhet, Ästhetiker und unverschämter Forderer von Dingen, die gemeinhin als nicht einlösbar gelten. Beispielhaft ist sein Postulat einer „Welt ohne Waffen“, das mit der kleinen weißen Friedenstaube in einem Verschlag auf dem Dachboden haust oder besser noch auf dem WC (das WielandCafé war in Weimar ein Ort des geistigen Reichtums und der finanziellen Mittellosigkeit. Jetzt ist der Platz davor Freiluft-Ideenschmiede. Und noch immer spottet man: Wer mit 17 kein Pazifist ist, hat kein Herz! Diesem biedermeierlich-selbstzufriedenen Spruch trotzte Olaf Weber beharrlich: Er war bis zu seinem Tod kompromissloser Rüstungsgegner mit gut geschliffenen Argumenten und glasklarem Verstand.

Gemäß Lenins Ausspruch: „Schlimmer als blind sein, ist nicht sehen wollen“ öffnete er sein inneres Auge weit und stieß dabei u.a. auf das Absurde oder die Poesie des Pazifismus. Er war Gründungsmitglied der Initiative Welt ohne Waffen und bis zuletzt einer der führenden Köpfe. Er verabschiedete sich in aller augenzwinkernden Unbescheidenheit: Mit seinem Tod würde eine Epoche zu Ende gehen.           

Eine Epoche der Welt ohne Waffen? Ach!                                                            Eine Epoche der kriegerischen Auseinandersetzungen, der militärischen Hochrüstungen und Bedrohungen, des diplomatischen Konsternierens? Wir müssen sein Erbe bewahren und fortführen.

„Aber wir haben Lachen und sitzen bei fitness den masterpeace planen...“

Initiative >Welt ohne Waffen<

Die OW-Zitate sind mit seiner Genehmigung aus seinem Gedichtband „Ein Veilchen- Schulter an Schulter“ entnommen

Der Eintritt ist frei!

Von den Militärstrategien zur Friedenslogik

Friedenspodium mit Daniela Dahn und Roland Vogt

Donnerstag, 1. September 2016, 19 Uhr

Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“, Weimar, Goetheplatz 11

Der moderne, industrielle und automatisierte Krieg befindet sich in seiner Zerstörungskraft und Unberechenbarkeit längst außerhalb der Zivilisation. Wir können uns ökonomisch, ökologisch und sozial kein Militär mehr leisten.

Wie kommen wir aber vom militärischen Denken und Handeln zu einer Friedenslogik, welche die Kooperation über die Konfrontation stellt und die Aufrüstung zur Abrüstung umkehrt?

Flyer downloaden im PDF-Format: 4. Friedenspodium Weimar 2016

4. Friedenspodium Weimar 2016 Titel

4. Friedenspodium Weimar 2016 Info

Es diskutieren mit dem Publikum:

Daniela Dahn lebt als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin in Berlin. Sie war 1989 Mitbegründerin der oppositionsgruppe „Demokratischer Aufbruch“. Heute ist sie u.a. Mitglied der internationalen Untersuchungskommission „Grundrecht und Globalisierung“. Sie war Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Freitag“ und erhielt u.a. den „Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik“ 1999. Ihre zahlreichen Essay-Bände wie „Vertreibung ins Paradies. Unzeitgemäße Texte zur Zeit“ (1998), „Wehe dem Sieger. Ohne Osten kein Westen“ (2009), oder “Wir sind der Staat“ (2013) enthalten jede Menge geistigen Sprengstoff, um die Zusammenhänge von Hegemonie und Krieg versus Demokratie und Frieden zu diskutieren.

Roland Vogt hat Jura und Politische Wissenschaften studiert. Seit 1975 in der Ökologie- und Friedensbewegung aktiv hat er die Partei DIE GRÜNEN und den Bund für Soziale (= nichtmilitärische) Verteidigung mitgegründet. Als Abgeordneter in der ersten Bundestagsfraktion der GRÜNEN setzte er sich u.a. für Abrüstung und Konversion ein. 1991 – 2006 war er in der Landesregierung Brandenburg für Konversion zuständig. Zur Zeit ist er Mitstreiter der Initiative „Stopp Ramstein Kaiserslautern“ und bringt dort Ideen für die zivile Umwandlung der übermilitarisierten Region Westpfalz ein. Er ist Mitinitiator des 2015 gegründeten „Petra-Kelly-Kreises“ für Frieden und Menschenrechte.

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen unter:

www.weltohnewaffen.de

kontakt@weltohnewaffen.de

www.facebook.com/weltohnewaffen.weimar

Veranstalter: Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen und DAKT e.V. (Die andere Kommunalpolitik Thüringen)

Anschließend (21 Uhr) besteht die Möglichkeit, den Film „A Man Can Make a Difference“ (Deutschland) im Kommunalen Kino mon ami anzusehen. „Das war kaltblütiger Massenmord und ich kann das beweisen.“ Mit diesen Worten wurde Benjamin Ferencz im Alter von 27 Jahren zum Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess gegen die Mordbanden der SS. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, lautet seine Vision für ein friedlicheres Zusammenleben.

 

Das Friedenspodium Weimar am 01.09.2016

am Antikriegstag, dem 1. September, fand das 4. Friedenspodium der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar im Jugend- und Kulturzentrum „Mon Ami“ statt. Es waren zwei prominente Gäste eingeladen, die über das Thema „Von den Militärstrategien zur Friedenslogik“ diskutierten. Es waren dies die Schriftstellerin, Publizistin und Trägerin des „Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik „Daniela Dahn und Roland Vogt, der einst mit Petra Kelly und vielen anderen die Friedensbewegung der 70er Jahre in der Bundesrepublik initiierte.

Nach den Statements der Gäste wurde über die Frage diskutiert, welche Möglichkeiten es angesichts von zunehmenden Kriegen und Vertreibungen heute gibt, den Frieden mit zivilen Mitteln zu verteidigen. Die Diskussion im voll besetzten Saal war sehr lebendig, aber nicht kontrovers. Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Sicherheits- und Militärpolitik der Großmächte nicht durch kleine Kurskorrekturen, sondern durch eine Kehrtwende verändert werden muss: Von einer Politik der Konfrontation zur Kooperation und von der weiteren Aufrüstung endlich zur Abrüstung.

Blick auf das Podium, von links nach rechts. Olaf Weber, Daniela Dahn und Roland Vogt. Foto von Maik Schuck.

 

Es waren etwa 70 Interessierte gekommen, mindestens 10 beteiligten sich aktiv an der Diskussion. Die Resonanz an unserem Thema war sehr groß, in der Tagespresse wurde mit Bild darüber berichtet und der Lokalsender „Radio Lotte“ berichtete in 3 unterschiedlichen Sendungen.

Prof. Dr. Olaf Weber

Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar

 

Statement von Roland Vogt

Statement von Daniela Dahn