Das Militär ist uneffektiv und unethisch. Der moderne automatisierte Krieg steht im Grundwiderspruch zu den Potentialen der menschlichen Zivilisation. Damit ist auch die militärische Logik nur ein zerebrales Überbleibsel aus den Kategorien der Macht, militärisches Denken ist atavistisch, es gehört nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Menschenrechte und Krieg sind antipodische Begriffe.
Ich freue mich, in einem Kreis zu sein, in dem man diese Sätze nicht ständig erklären und verteidigen muss, sondern daran gehen kann, Alternativen und Real-Utopien aufzubauen, um die unhaltbaren Zustände von uniformiertem Raub und Mord zu überwinden. ...weiterlesen "Ausstieg aus dem Militärkomplex – 2055, Olaf Weber (03/2015)"

von Olaf Weber

Die existentiellen Themen unserer Zeit, besonders die von Gerechtigkeit und Umwelt, erfordern Kooperation und volle Handlungsfähigkeit der politischen Akteure. Doch unsere fragwürdige Zivilisation ist unterwegs in Richtung sich ausweitender Konflikte, mörderischer Kriege und Vertreibungen. Die weltweit dominierenden, „aufgeklärten“ Staaten und Blöcke, besonders die USA und die NATO, neuerdings auch Russland, befördern aber mit ihren „willigen“ Vasallen die Konflikte, indem sie sich nach fragwürdigen Kriterien und selten friedensstiftend einmischen. ...weiterlesen "Über die falsche Lust am Intervenieren, Olaf Weber (2015)"

von Roland Vogt

25 Staaten der Erde haben zurzeit keine militärische Streitmacht. In Europa gehören dazu Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Vatikanstadt. Außer Liechtenstein haben sie die Landesverteidigung einer Schutzmacht anvertraut. Sie sind damit aus pazifistischer Sicht kein besonders überzeugendes Beispiel für Militärfreiheit. Island ist sogar NATO-Mitglied und hat ein Verteidigungsabkommen mit den USA, die von 1951 bis 2006 auf der Insel einen Militärstützpunkt unterhielten. Liechtenstein hingegen hat 1868 seine Streitkräfte nach Auflösung des Deutschen Bundes aus Kostengründen abgeschafft, nachdem die Verpflichtung zur Truppenstellung für das Deutsche Bundesheer entfallen war. Es gibt –entgegen anderslautenden Behauptungen- auch kein Verteidigungsbündnis zwischen der Schweiz und Liechtenstein. ...weiterlesen "Eine Gesellschaft ohne Rüstung und Militär-welche Anforderungen an Konversion stellen sich?"

Eine militärfreie, doch darum nicht konfliktlose Zivilgesellschaft, die sich durch ihre eigenen Instrumente schützt, ist ihr selbstverständlicher Zustand.

 

1. Militär und Menschenrechte sind unvereinbar

Die Würde des Menschen hängt an seinem Leben. Militär zerstört nicht versehentlich, sondern planmäßig den Anspruch auf Leben. Soldaten müssen "feindliche" Soldaten töten, obwohl keinem der Kriegsbeteiligten eine individuelle Schuld nachgewiesen wird. Töten, vor allem Töten auf Verdacht, steht aber in einem eklatanten Widerspruch zu den individuellen Menschenrechten. Militär und Menschen­rechte befinden sich also nicht nur dann im Konflikt, wenn durch so genannte Kollateralschäden Zivilisten getötet oder verletzt werden, sie stehen überhaupt zueinander in einem unüberwindlichen, antagonistischen Widerspruch. Krieg ist autoritäres von Generälen und Bandenchefs verordnetes Morden. Militär ist ein ruhmloses Auslaufmodell. ...weiterlesen "Welt ohne Militär, Olaf Weber (05/2013)"

von Olaf Weber

Einige Argumente gegen das Militär

In Dokumenten zur internationalen Politik wird dem Militär immer noch eine friedensstiftende Rolle eingestanden, wie etwa in entsprechenden Formulierungen zur sogenannten "Schutzverantwortung" (Responsibility to Protect). Auch im Antrag für die Bundesversammlung der Grünen in Hannover wird zwar ein Umdenken "vom Recht des Stärkeren zur Stärkung des Rechts" gefordert und das Militär durch ein filigranes Netz von Vorbeugung und Verträgen zu fesseln versucht, doch es bleibt noch bestehen. Parallel zur Bändigung des Militärs muss aber dringend seine Abschaffung betrieben werden. Dazu die folgenden Argumente: ...weiterlesen "Global Zero: Sofortiger und anhaltender militärischer Rückbau, Olaf Weber (2012)"

von Theodor Ziegler

1. Die noch größere Bedrohung

Die Atomkatastrophe vom März 2011 in Fukushima veranlasste die einstigen BefürworterInnen der deutschen Atomenergie die wenige Monate zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung zurück zu nehmen, die problematischsten acht Meiler sofort abzuschalten und für die restlichen die Laufzeit bis maximal 2022 zu begrenzen.1 Diese Entscheidung zum Atomausstieg erfolgte einseitig auf nationaler Ebene, ohne Rücksicht auf andere, die Kernkraft weiter forcierende EU- oder sonstige Staaten. Ob dieser Sinneswandel bei den maßgeblichen PolitikerInnen in Union und FDP nun aus neu gewonnener Einsicht in die Gefahren der atomaren Energiegewinnung oder eher aus wahltaktischen Überlegungen erfolgte, sei dahingestellt und spielt für den eingeschlagenen Weg keine entscheidende Rolle. ...weiterlesen "Ausstieg 2.0 – Nach dem Atomausstieg auch der Ausstieg aus dem Militär?, Theodor Ziegler (2012)"