Eine Aktion der Initiative "Welt ohne Waffen" Weimar am 01.09.2020, dem Weltfriedenstag.
Die Aktion fand im Rahmen der Reihe „Speaker’s Corner for Peace“ und einer Ausstellungseröffnung des Blueprint.edition Galerieverlags Weimar über die Initiative "Welt ohne Waffen" statt.

Die Rüstungsindustrie nennt die hochgefährlichen Waffen der neuen Aufrüstungsrunde „intelligent“ während sie uns Zivilisten für dumm verkaufen will. Es geht ihr doch nur um Gewinn. Der neue Rüstungswettlauf fand am 07.09.2019 schon mal als Übung statt. Auf der Schillerstraße in Weimar liefen zwei original-große Atombomben-Attrappen um die Wette. Mit unschönem Kriegslärm drängten sie sich durch die Passanten, auf einer Tafel wurden die Aufrüstungs-Runden der Rüstungsindustrie gezählt. Dazu wollten Zwei aufgeputzte Vertreterinnen der Rüstungsindustrie viel Geld mit dem Argument sammeln, „die Verdoppelung des Verteidigungsetats würde für die Sicherheit Deutschlands „vorne und hinten“ nicht ausreichen. Mit dem Slogan „Dein Geld für deine Sicherheit“ wollten sie natürlich vertuschen, dass jede runde des Rüstungswettlaufes, immer nur von dieser Rüstungsindustrie gewonnen wird. Die Aktion hatte Erfolg: es wurden fast keine Spenden eingenommen.

Eine Performance der Initiative "Welt ohne Waffen", Weimar 2019

Erhard Arndt
Franziska Becher
Frieder W. Bergner
Gregor Bleicher
Juri Höhne
Wencke Mohr
Olaf Weber
2 Atombomben-Attrappen B160

Teilnehmer des „Friedensrittes 2019“ demonstrierten am 23. Juli auf dem Platz der Demokratie in Weimar gegen die atomare Rüstung. Zu ihnen gesellte sich auch der Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar Eisenach, der große Förderer der Kultur und Freund von Goethe. In der Performance der Initiative "Welt ohne Waffen" wurde sein Reiterstandbild zum Schirmherr dieser Aktion berufen. Einer dieser Akteure sagte: „Wir haben ihm im Widerspruch zu dem Säbel, den er auch trägt, einfach eine Standarte der Friedensbewegung in die Hand gedrückt. Sein Pferd hebt den einen Huf etwas an und darunter liegt eine Atombombe. Wir haben den Eindruck, Dass das Pferd diese gefährliche Bombe mit einer pazifistischen Geste zertritt. In Büchel (Pfalz) liegen die Originale dieser Waffen, nicht aufblasbar sondern scharf. Es sind die letzten 20 Atombomben der US-Armee, die immer noch in Deutschland lagern. Wir fordern ihren Abzug“, noch besser: ihre Zerstörung.
Der Sockel des großen Reiter-Denkmals auf dem „Platz der Demokratie erhielt eine neue Aufschrift: „Reiter gegen Atombomben, das Publikum war begeistert. Dazu wurden Anti-Kriegs-Texte von Hermann Hesse vorgetragen und ein Holzschnitt von Walther Klemm „Der Krieg“ gezeigt. Auf ihm ist ein Reiter mit seinem Pferd zu sehen, beide mit Gasmasken.

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Am 1. September 2018 um 19 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami Weimar erfinden Prinz Chaos II. und Florian Ernst Kirner den Weltfrieden aus der Abwesenheit eines Weltpolizisten. Über einen Globus ohne Imperium.

Gitarre und Diskussion
Schöne Lieder und Argumente

Prinz Chaos II. (Florian Ernst Kirner) spielt Mandoline,
eine Thüringer Waldzither (Halszister) und
diverse Gitarren. Wenn er es nicht zum Singen benötigt,
nutzt er sein Mundwerk für freche, höchst
unterhaltsame Ansagen. Er ist eine zentrale Figur
der deutschen Liedermacher-Renaissance und war
direkter Schüler von Franz Josef Degenhardt und
Konstantin Wecker.

Im Dialog mit dem Publikum diskutiert er gern über
Möglichkeiten, zu Frieden und guter Nachbarschaft
zu kommen. Florian Ernst Kirner ist ein belesener
und leidenschaftlicher Gegner der Aufrüstung, des
Militärs und der imperialen Machtansprüche.
Er ist der richtige Mann für den Weltfriedenstag in
Weimar 2018.

Den Flyer zu der Veranstaltung finden Sie hier
und das Poster hier.

Stellungnahme der Initiative „Welt ohne Waffen“ zum Jahrestag der Bombardierung Weimars am 9. Februar 1945

An jedem Jahrestag der Bombardierung Weimars am 9. Februar 1945 kommt die Erinnerung an den Krieg zurück. Es ist gut, dass nichts vergessen wird.

Es ist auch nicht verwunderlich, dass es unterschiedliche Bewertungen dieses Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisses gibt. Doch über die Gräuel des 2. Weltkrieges und der Ungeheuerlichkeit des Holocausts, für die Deutschland jeweils die Hauptschuld trägt, kann es keinen Zweifel geben. Die 60 Millionen Kriegstoten und 6 Millionen Holocaust-Opfer bleiben ein Erbe des militaristischen Deutschlands. Es ist deshalb nicht akzeptabel, dass heute eine rechte Propaganda diese Schuld leugnet.

Wir wenden uns aber auch gegen Verharmlosungen des Krieges überhaupt. Auch gegen die Verharmlosung der Flächenbombardements der Alliierten, die schon damals unmoralisch waren und heute den Charakter von Kriegsverbrechen hätten. Die Zerstörung deutscher Städte war im Frühjahr 1945 militärisch sinnlos und moralisch verwerflich. Wir sollten nicht aus einer falsch verstandenen Bündnistreue zu den heutigen Nato-Partnern die alliierten Flächenbombardements vom Frühjahr 1945 unkritisch beurteilen.

Unsere Kritik richtet sich gegen alle Formen der Beschwichtigung von militärischer Gewalt. Die Neonazis wollen die Schuld der Deutschen kleinreden, das ist schon deshalb unredlich, weil es das größte Kriegsverbrechen ist, einen Krieg zu beginnen. Und die Wehrmacht hat diesem Verbrechen noch viele weitere hinzugefügt. Aber in der militärischen Logik und nach dem Charakter des Krieges werden von allen Seiten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Unser Zorn richtet sich deshalb gegen den Krieg überhaupt. Krieg ist unethisch und schafft millionenfaches Leid, löst aber kein einziges der drängenden Probleme.

Unsere antimilitaristische Position verbietet uns, ein einziges der Kriegsopfer zu vergessen. Wir stellen das Unmenschliche des Krieges und damit das außergerichtliche Töten grundsätzlich an den Pranger. Indem wir uns gegen das von Gewehrläufen, Kampfjets oder Drohnen ausgehende massenhafte Töten auf Befehl wenden, folgen wir nach unserem Verständnis genau dem Ruf der Nachkriegsgeneration: „Nie wieder Krieg!“.

Wir wollen die Erinnerung an den 2. Weltkrieg auch hinwenden zu einer Empörung über die Grausamkeit heutiger Kriege. Wir kritisieren die völkerrechtswidrigen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und müssen auf die Mitschuld unseres westlichen Militär-Bündnisses für viele Bürgerkriege hinweisen; welche die entscheidenden Ursachen für Terrorismus und die dramatischen Fluchtbewegungen der Gegenwart bilden. Insbesondere kritisieren wir die derzeitige völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in die Kurdengebiete Syriens. Das ist ein schreckliches Kriegsverbrechen, für das Deutschland eine Mitschuld trägt.

Unser Gedenken zum 9. Februar richtet sich deshalb gleichsam auf die Gräuel von damals und heute.